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Nachträge.
so kann man ihr doch, wenn sie für nichts mehr, als eine kritischeBehandlung unserer dialektischen Schlüsse und zwar der gemeinenund natürlichen Vernunft gelten soll, einen wichtigen negativen Nutzennicht absprechen.
Wozu haben wir wohl eine blos auf reine Vernunftprincipicngegründete Seclenlehre nöthig? Ohne Zweifel vorzüglich in der Absicht,um unser denkendes Selbst wider die Gefahr des Materialismus zusichern. Dieses leistet aber der Vcrnunflbegriff von unserem den-kenden Selbst, den wir gegeben haben. Denn weit gefehlt, daßnach demselben einige Furcht übrig bliebe, daß, wenn man dieMaterie Wegnahme, dadurch alles Denken und selbst die Existenzdenkender Wesen aufgehoben werden würde, so wird vielmehr klargezeigt, daß, wenn ich das denkende Subjcct wegnehmc, die ganzeKörperwelt Wegfällen muß, als die nichts ist, als die Erscheinung inder Sinnlichkeit unseres Subjccts und eine Art Vorstellungen desselben.
Dadurch erkenne ich zwar freilich dieses denkende Selbst seinenEigenschaften nach nicht besser, noch kann ich seine Beharrlichkeit,ja selbst nicht einmal die Unabhängigkeit seiner Existenz von demetwanigen transsccndentalen Substratum äußerer Erscheinungen cin-sehcn; denn dieses ist mir, eben so wohl als jenes, unbekannt.Weil cs aber gleichwohl möglich ist, daß ich anders woher, als ausblos speculativen Gründen Ursache hernähme, eine selbstständige undbei allem möglichen Wechsel meines Zustandes beharrliche Existenzmeiner denkenden Natur zu hoffen, so ist dadurch schon viel ge-wonnen, bei dem freien Geständniß meiner eigenen Unwissenheit,dennoch die dogmatischen Angriffe eines speculativen Gegners abtreibcnzu können und ihm zu zeigen, daß er niemals mehr von der Naturmeines Subjekts wissen könne, um meinen Erwartungen die Mög-lichkeit abzusprechen, als ich, um mich an ihnen zu halten.
Auf diesen transsccndentalen Schein unserer psychologischen Be-griffe gründen sich denn noch drei dialektische Fragen, welche daseigentliche Ziel der rationalen Psychologie ausmachen, und nirgendanders, als durch obige Untersuchungen entschieden werden können;nämlich 1) von der Möglichkeit der Gemeinschaft der Seele mit