II. Zu der Lehre von den Paralogismen der reinen Vernunft. 685
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einem organischen Körper, d. i. der Animalität und dem Zustandeder Seele im Leben des Menschen, 2) vom Anfänge dieser Ge-meinschaft, d. i. der Seele in und vor der Geburt des Menschen,3) dem Ende dieser Gemeinschaft, d. i. der Seele in und nach demTode des Menschen (Frage wegen der Unsterblichkeit).
Ich behaupte nun, daß alle Schwierigkeiten, die man beidiesen Fragen vorzusinden glaubt, und mit denen, als dogmatischenEinwürfen man sich das Ansehen einer tieferen Einsicht in die Naturder Dinge, als der gemeine Verstand wohl haben kann, zu gebensucht, auf einem bloscn Blendwerke beruhe, nach welchem man das,was blos in Gedanken existirt, hypostasirt und in eben derselbenQualität als einen wirklichen Gegenstand außerhalb dem denkendenSubjccte annimmt, nämlich Ausdehnung, die nichts, als Erscheinungist, für eine, auch ohne unsere Sinnlichkeit subsistircnde Eigenschaftäußerer Dinge, und Bewegung für deren Wirkung, welche auchaußer unseren Sinnen an sich wirklich vorgeht, zu halten. Denndie Materie, deren Gemeinschaft mit der Seele so großes Bedenkenerregt, ist nichts Anderes, als eine blose Form, oder eine gewisseVorstellungsart eines unbekannten Gegenstandes, durch diejenige An-schauung, welche man den äußeren Sinn nennt. Es mag alsowohl etwas außer uns sein, dem diese Erscheinung, welche wirMaterie nennen, correspondirt; aber in derselben Qualität als Er-scheinung ist es nicht außer uns, sondern lediglich als ein Gedankein uns, wiewohl dieser Gedanke durch genannten Sinn cs als außeruns befindlich vorstcllt. Materie bedeutet also nicht eine von demGegenstände des inneren Sinnes (Seele) so ganz unterschiedene undheterogene Art von Substanzen, sondern nur die Unglcichartigkeitder Erscheinungen von Gegenständen, (die uns an sich selbst un-bekannt sind,) deren Vorstellungen wir äußere nennen, in Vergleichungmit denen, die wir zum inneren Sinn zählen, ob sie gleich ebenso wohl blos zum denkenden Subjccte, als alle übrigen Gedankengehören, nur daß sie dieses Täuschende an sich haben, daß, da sieGegenstände im Raume vorstellen, sie sich gleichsam von der Seeleablöscn und außer ihr zu schweben scheinen, da doch selbst der Raum,