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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
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674
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Nachträge.

wird,) niemals geradezu in der Wahrnehmung gegeben, sondernkann nur zu dieser, welche eine Modifikation des inneren Sin-nes ist, als äußere Ursache derselben hinzugcdacht und mithin ge-schlossen werden. Daher auch Cartcsius mit Recht alle Wahrneh-mung in der engsten Bedeutung auf den Satz einschränkte: Ich(als ein denkend Wesen) bin. Es ist nämlich klar, daß, da dasAeußere nicht in mir ist, ich es nicht in meiner Appcrception, mit-hin auch in keiner Wahrnehmung, welche eigentlich nur die Bestim-mung der Appcrception ist, antreffen könne.

Ich kann also äußere Dinge eigentlich nicht wahrnehmen, son-dern nur aus meiner inneren Wahrnehmung auf ihr Dasein schlie-ßen, indem ich diese als die Wirkung ansehe, wozu etwas Aeuße-res die nächste Ursache ist. Nun ist aber der Schluß von einergegebenen Wirkung auf eine bestimmte Ursache jederzeit unsicher;weil die Wirkung aus mehr, als einer Ursache entsprungen sein kann.Demnach bleibt cs in der Beziehung der Wahrnehmung auf ihreUrsache jederzeit zweifelhaft, ob diese innerlich oder äußerlich sei,ob also alle sogenannte äußere Wahrnehmungen nicht ein blosesSpiel unseres inneren Sinnes seien, oder ob sie sich auf äußerewirkliche Gegenstände, als ihre Ursache beziehen. Wenigstens istdas Dasein der letzteren nur geschlossen, und läuft die Gefahr allerSchlüsse, da hingegen der Gegenstand des inneren Sinnes (Ichselbst mit allen meinen Vorstellungen) unmittelbar wahrgenommcnwird und die Existenz desselben gar keinen Zweifel leidet.

Unter einem Idealisten muß man also nicht denjenigen ver-stehen, der das Dasein äußerer Gegenstände der Sinne leugnet, son-dern der nur nicht einräumt, daß es durch unmittelbare Wahrneh-mung erkannt werde, daraus aberschließt, daß wir ihrer Wirklichkeitdurch alle mögliche Erfahrung niemals völlig gewiß werden können.

Ehe ich nun unseren Paralogismus seinem trüglichcn Scheinenach darstelle, muß ich zuvor bemerken, daß man nothwcndig einenzweifachen Idealismus unterscheiden müsse, den transscendentalenund den empirischen. Ich verstehe aber unter dem transscen-dcntalcn Idealismus aller Erscheinungen den Lehrbegriff, nach