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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
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649
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I. Zur Deduktion der reinen Verstnndesbcgriffe. 049

kann, die uns zwar lehrt, daß auf eine Erscheinung gewöhnlicherMaaßen etwas Andres folge, aber nicht, daß es nothwcndig dar-auf folgen müsse, noch daß a priori und ganz allgemein darausals einer Bedingung auf die Folge könne geschlossen werden. Aberjene empirische Regel der Association, die man doch durchgängigannehmen muß, wenn man sagt, daß Alles in der Reihenfolge derBegebenheiten dermaaßen unter Regeln stehe, daß niemals etwas ge-schieht, vor welchem nicht etwas vorhergehe, darauf es jederzeitfolge: dieses als ein Gesetz der Natur, worauf beruht es? frage ich;und wie ist selbst diese Association möglich? Der Grund der Mög-lichkeit dieser Association des Mannigfaltigen, so fern es im Objecteliegt, heißt die Affinität des Mannigfaltigen. Ich frage also, wiemacht ihr euch die durchgängige Affinität der Erscheinungen, (da-durch sie unter beständigen Gesetzen stehen und darunter gehörenmüssen,) begreiflich?

Nach meinen Grundsätzen ist sie sehr wohl begreiflich. Allemöglichen Erscheinungen gehören, als Vorstellungen, zu dem gan-zen möglichen Selbstbewußtsein. Von diesem aber, als einer trans-scendentalen Vorstellung, ist die numerische Identität unzertrennlichund a priori gewiß, weil nichts in die Erkenntniß kommen kann,ohne vermittelst dieser ursprünglichen Apperception. Da nun dieseIdentität nothwendig in der Synthesis alles Mannigfaltigen derErscheinungen, so fern sie empirische Erkenntniß werden soll, hin-einkommen muß, so sind die Erscheinungen Bedingungen a prioriunterworfen, welchen ihre Synthesis (der Apprehension) durchgängiggemäß sein muß. Nun heißt aber die Vorstellung einer allgemei-nen Bedingung, nach welcher ein gewisses Mannigfaltige, (mithinauf einerlei Art) gesetzt werden kann, eine Regel, und wenn esso gesetzt werden muß, ein Gesetz. Also stehen alle Erscheinun-gen in einer durchgängigen Verknüpfung nach nothwendigen Gesetzenund mithin in einer transscendentalen Affinität, worausdie empirische die blose Folge ist.

Daß die Natur sich nach unserem subjectiven Grunde der Ap-perception richten, ja gar davon in Ansehung ihrer Gesetzmäßigkeit