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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
Entstehung
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634
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Mcthodcnlchre. !V Hauptstück.

dreifache Absicht, in welcher die namhaftesten Veränderungen aufdieser Bühne des Streits gestiftet worden.

1. In Ansehung des Gegenstandes aller unserer Ver-nunfterkenntnisse waren einige blos Sensual-, andere blos In tei-le ctual Philosophen. , Epikur kann der vornehmste Philosophder Sinnlichkeit, Plato des Jntcllectuellen genannt werden. DieserUnterschied der Schulen aber, so subtil er auch ist, hatte schon inden frühesten Zeiten angcfangen und hat sich lange ununterbrochenerhalten. Die von der elfteren behaupteten: in den Gegenständen derSinne sei allein Wirklichkeit, allesnUebrige sei Einbildung; die vonder zweiten sagten dagegen: in den Sinnen ist nichts, als Schein,nur der Verstand erkennt das Wahre. Darum stritten aber die el-fteren den Verstandesbegriffen doch eben nicht Realität ab, sie waraber bei ihnen nur logisch, bei den anderen aber mystisch. Jeneräumten intellectuelle Begriffe ein, aber nahmen blos sen-sible. Gegenstände an. Diese verlangten, daß die wahren Gegen-stände blos intelligibel wären, und behaupteten eine Anschauungdurch den von keinen Sinnen begleiteten und, ihrer Meinung nachnur verwirrten reinen Verstand.

2. In Ansehung des Ursprungs reiner Vernunfterkennt-niffe, ob sie aus der Erfahrung abgeleitet, oder unabhängig von ihrin der Vernunft ihre Quelle haben. Aristoteles kann als dasHaupt der Empiristen, Plato aber der Noologisten angesehenwerden. Locke, derein neueren Zeiten dem Elfteren, und Leibnitz,der dem Letzteren, (obzwar in einer genügsamen Entfernung vondessen mystischem Systeme) folgte, haben es gleichwohl in diesemStreite noch zu keiner Entscheidung bringen können. Wenigstensverfuhr Epikur seinerseits viel conscquenter nach seinem Sensual-system, (denn er ging mit seinen Schlüssen niemals über die Grenzeder Erfahrung hinaus,) als Aristoteles und Locke, (vornehmlichaber der Letztere,) der, nachdem er alle Begriffe und Grundsätzevon der Erfahrung abgeleitet.hatte, so weit im Gebrauche, derselbengeht, daß er behauptet, man könne das Dasein Gottes und dieUnsterblichkeit der Seele, (obzwar beide Gegenstände ganz außer den