Die Geschichte der reinen Verminst. 635
Grenzen möglicher Erfahrung liegen,) eben so evident beweisen, alsirgend einen mathematischen Lehrsatz.
Z. Zn Ansehung der Methode. Wenn man etwas Me-thode-nennen soll, so muß es ein Versahrenninach Grundsätzensein. Nun kann man die jetzt in diesem^ Fache.her Raturforschungherrschende Methode in die naturalistische und scientivischeeintheilcn. Der Naturalist der reinen Vernunft nimmt es sichzum Grundsätze, daß durch gemeine Vernunft ohne Wissenschaft,(welche er die gesunde nennt,) sich in Ansehung der erhabenstenFragen, die die Aufgabe der Metaphysik ausmachen, mehr ausrichtenlasse, als durch Spekulation. Er behauptet also, daß man die Größeund Weite des Mondes sicherer nach dem Augenmaaße, als durchmathematische Umschweife bestimmen könne. Es ist blose Misvlogie,auf Grundsätze gebracht, und, welches das Ungereimteste ist, dieVernachlässigung aller künstlichen Mittel als eine eigene Methodeangerühmt, seine Erkenntnis zu erweitern. Denn was die Natura-listen aus Mangel mehrerer Einsicht betrifft, so kann man ihnenmit Grunde nichts zur Last legen. Sie folgen der gemeinen Ver-nunft, ohne sich ihrer Unwissenheit als einer Methode zu rühmen,die das Geheimnis enthalten solle, die Wahrheit aus Demokritstiefem Brunnen herauszuholen, tzuoä 8 axio, satis 68 t milli, nonLAO vuro 6886 guoll ^,ree 8 ilL 8 S6rumi>08igu6 80I0N68, (/'s--«.) istihr Wahlspruch, bei dem sie vergnügt und beifallswürdig lebenkönnen, ohne sich um die Wissenschaft zu bekümmern, noch derenGeschäfte zu verwirren.
Was nun die Beobachter einer scientisischen Methode be-trifft, so haben sie hier die Wahl, entweder dogmatisch oderskeptisch, in allen Fällen aber doch die Verbindlichkeit, systema-tisch zu verfahren. Wenn ich hier in Ansehung der crsteren denberühmten Wolf, bei der zweiten David Hume nenne, so kannich die übrigen meiner jetzigen Absicht nach ungenannt lassen. Derkritische Weg ist allein noch offen. Wenn der Leser diesen inmeiner Gesellschaft durchzuwandcrn Gefälligkeit und Geduld gehabthat, so mag er jetzt urtheilen, ob nicht, wenn es ihm beliebt, das