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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
Entstehung
Seite
626
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K2S

Mcthodenlehrc. IN. H.ruptststück.

und heißt Metaphysik; wiewohl dieser Name auch der ganzenreinen Philosophie mit Inbegriff der Kritik gegeben werden kann,um sowohl die Untersuchung alles dessen, was jemals o priorierkannt werden kann, als auch die Darstellung desjenigen, was einSystem reiner philosophischen Erkenntnisse dieser Art ausmacht, vonallem empirischen aber, ungleichen dem mathematischen Vernunftge-brauche unterschieden ist, zusammen zu fassen.

Die Metaphysik theilt sich in die des spekulativen undpraktischen Gebrauchs der reinen Vernunft und ist also entwederMetaphysik der Natur, oder Metaphysik der Sitten.Jene enthält alle reine Vernunftprincipien aus,.blosen Begriffen(mithin, mit Ausschließung der Mathematik) von dem theoreti-sehen Erkenntnisse aller Dinge, diese die Principien, welche dasThun und Lassen a priori, bcstimmeit und nothwendig machen.Nun ist die Moralität die einzige Gesetzmäßigkeit der Handlungen,die völlig a priori aus'Principien abgeleitet werden kann. Daherist die Metaphysik der. Sitten eigentlich die reine Moral, in welcherkeine Anthropologie (keine empirische Bedingung) zum Grunde gelegtwird. Die Metaphysik der speculaliven Vernunft ist nun das, wasman im engeren Verstände Metaphysik zu nennen pflegt; sofern aber reine Sittenlehre doch gleichwohl zu dem besonderenStamme menschlicher und zwar philosophischer Erkenntniß aus rei-ner Vernunft gehört, sso! wollen wir ihr jene Benennung erhalten,obgleich wir sie, als zu unserem Zwecke jetzt nicht gehörig, hier beiSeite setzen. '

Es ist von der äußersten Erheblichkeit, Erkenntnisse, die ihrerGattung und Ursprünge' nach von anderen unterschieden sind, zuisoliren,und'sorgfältig zu verhüten, daß sie nicht mit anderen,mit welchen .sie im Gebrauche gewöhnlich verbunden sind, in einGemisch zusammenfließen. Was Chemiker beim Scheiden der Ma-terien, was Mathematiker in ihrer reinen Größenlehre thun, dasliegt noch weit mehr dem Philosophen ob, damit er den Antheil,den eine besondere Art der Erkenntniß am herumschweifenden Ver-standesgebrauch hat, ihren eigenen Werth und Einfluß sicher