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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
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616
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t>16 Mcthodenlehre. H Haupst. IN. Abschn.

gung, die sie mir zum Leitfaden der Naturforschung machte, alswenn ich voraussetze, daß eine höchste Intelligenz Alles nach denweisesten Zwecken so geordnet habe. Folglich ist cs eine Bedingungeiner zwar zufälligen, aber doch nicht unerheblichen Absicht, nämlichum eine Leitung in der Nachforschung der Natur zu haben, einenweisen Welturhebcc vorauszusctzen. Der Ausgang meiner Versuchebestätigt auch so oft die Brauchbarkeit dieser Voraussetzung undnichts kann auf entscheidende Art dawider angeführt werden, daßich viel zu wenig sage, wenn ich mein Fürwahrhaltcn blos einMeinen nennen wollte, sondern es kann selbst in diesem theoretischenVerhältnisse gesagt werden, daß ich fcstiglich einen Gott glaube;aber alsdcnn ist dieser Glaube in strenger Bedeutung dennoch nichtpraktisch, sondern muß ein doctrinaler Glaube genannt werden, dendie Theologie der Natur (Physikotheologie) nothwendig allerwärtsbewirken muß. In Ansehung eben derselben Weisheit, in Rücksichtauf die vortreffliche Ausstattung der menschlichen Natur und diederselben so schlecht angemessene Kürze des Lebens kann eben sowohlgenügsamer Grund zu einem doctrinalcn Glauben des künftigenLebens der menschlichen Seele angetroffcn werden.

Der Ausdruck des Glaubens ist in solchen Fällen ein Ausdruckder Bescheidenheit in objectiver Absicht, aber doch zugleich derFestigkeit des Zutrauens in subjektiver. Wenn ich das blostheoretische Fürwahrhaltcn hier auch nur Hypothese nennen wollte,die ich anzunehmen berechtigt wäre, so würde ich mich dadurchschon anheischig machen, mehr, von der Beschaffenheit einer Wclt-ursache und einer anderen Welt, Begriff zu haben, als ich wirklichaufzeigen kann; denn was ich auch nur als Hypothese annehme,davon muß ich wenigstens seinen Eigenschaften nach so viel kennen,daß ich nicht seinen Begriff, sondern nur sein Dasein er-dichten darf. Das Wort Glauben aber geht nur auf die Leitung,die mir eine Idee gibt, und den subjektiven Einfluß auf die Beför-derung meiner Vernunfthandlungen, die mich an derselben festhält,ob ich gleich von ihr nicht im Stande bin, in spekulativer AbsichtRechenschaft zu geben.