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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
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614
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«14 Methodenlehre. H Hauptst. Ul Abschn.

Gründe des Fürwahrhaltens, wie die, so das Glauben bewirkenkönnen, bei speculativen Fragen keinen Beifall verdienen, da sie sichfrei von aller empirischen Beihülfe nicht halten, noch in gleichemMaaße Anderen mittheilen lassen.

Es kann aber überall blos in praktischer Beziehung dastheoretisch unzureichende Fürwahrhalten Glauben genannt werden.Diese praktische Absicht ist nun entweder die der Geschicklichkeitoder der Sittlichkeit, die erste zu beliebigen und zufälligen, diezweite aber zu schlechthin nothwendigcn Zwecken.

Wenn einmal ein Zweck vorgesetzt ist, so sind die Bedingungender Erreichung desselben hypothetisch nothwendig. Die Nothwendig-keit ist subjectiv, aber doch nur comparativ zureichend, wenn ichgar keine andere Bedingungen weiß, unter denen der Zweck zu er-reichen wäre; aber sie ist schlechthin und für Jedermann zureichend,wenn ich gewiß weiß, daß Niemand andere Bedingungen kennenkönne, die auf den Vorgesetzten Zweck führen. Im ersten Falle istmeine Voraussetzung und das Fürwahrhalten gewisser Bedingungenein blos zufälliger, im zweiten Falle aber ein nothwendiger Glaube.Der Arzt muß bei einem Kranken, der in Gefahr ist, etwas thun,kennt aber die Krankheit nicht. Er sieht auf die Erscheinungen undurtheilt, weil er nichts Besseres weiß, es sei die Schwindsucht.Sein Glaube ist selbst in seinem eigenen Urtheile blos zufällig, einAnderer möchte es vielleicht besser treffen. Ich nenne dergleichenzufälligen Glauben, der aber dem wirklichen Gebrauche der Mittelzu gewissen Handlungen zum Grunde liegt, den pragmatischenGlauben.

Der gewöhnliche Probirstcin, ob etwas blose Ucberredung, oderwenigstens subjektive Überzeugung d. i. festes Glauben sei, wasJemand behauptet, ist das Wetten. Oesters spricht Jemand seineSätze mit so zuversichtlichem und unlenkbarem Trotze aus, daß eralle Besorgniß des Jrrthums gänzlich abgelegt zu haben scheint.Eine Wette macht ihn stutzig. Bisweilen zeigt sich, daß er zwarUcberredung genug, die auf einen Ducaten an Werth geschätztwerden kann, aber nicht auf zehn, besitze. Denn den ersten wagt