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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
Entstehung
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605
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Von dem Ideal des höchsten Guts. 60 ,»

würden. Aber dieses System der sich selbst lohnenden Moralität istnur eine Idee, deren Ausführung auf der Bedingung beruht, daßJedermann thue, was er soll, d. i. alle Handlungen vernünftigerWesen so geschehen, als ob sie aus einem obersten Willen, der allePrivatwillkür in sich oder unter sich befaßt, entsprängen. Da aberdie Verbindlichkeit aus dem moralischen Gesetze für Jedes besonde-ren Gebrauch der Freiheit gültig bleibt, wenn gleich Andere diesemGesetze sich nicht gemäß verhielten, so ist weder aus der Natur derDinge der Welt, noch der Causalität der Handlungen selbst undihrem Verhältnisse zur Sittlichkeit bestimmt, wie sich ihre Folgenzur Glückseligkeit verhalten werden, und die angeführte nothwendigeVerknüpfung der Hoffnung, glücklich zu sein, mit dem unablässigenBestreben, sich der Glückseligkeit würdig zu machen, kann durch dieVernunft nicht erkannt werden, wenn man blos Natur zum Grundelegt, sondern darf nur gehofft wcrdan, wenn eine höchste Ver-nunft, die nach moralischen Gesetzen gebietet, zugleich als Ursacheder Natur zum Grunde gelegt wird.

Ich nenne die Idee einer solchen Intelligenz, in welcher dermoralisch vollkommenste Wille, mit der höchsten Seligkeit verbunden,die Ursache aller Glückseligkeit in der Welt ist, so fern sie mit derSittlichkeit (als der Würdigkeit glücklich zu sein) in genauem Ver-hältnisse steht, das Ideal des höchsten Guts. Also kann diereine Vernunft nur in dem Ideal des höchsten ursprünglichenGuts den Grund der praktisch nothwcndigen Verknüpfung beiderElemente des höchsten abgeleiteten Gutes, einer intelligiblend. i. moralischen Welt antreffen. Da wir uns nun nothwcndi-ger Weise durch die Vernunft als zu einer solchen Welt gehörigverstellen müssen, obgleich dir Sinne uns nichts, als eine Weltvon Erscheinungen varstellcn, so werden wir jene als eine Folgeunseres Verhaltens in der Sinncnwclt, da uns diese eine solcheVerknüpfung nicht darbietet, als eine für uns künftige Welt anneh-men müssen. Gott also und ein künftiges Leben sind zwei von derVerbindlichkeit, die uns reine Vernunft auferlegt, nach Principicneben derselben Vernunft nicht zu trennende Voraussetzungen.