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Methodcnlehre. II. Hauptst. I> Abschn.
Idee so viel als möglich gemäß zu machen. Die Idee einer mora-lischen Welt hat daher objcctive Realität, nicht als wenn sic aufeinen Gegenstand einer intelligiblen Anschauung ginge, (dergleichenwir uns gar nicht denken können,) sondern auf die Sinncnwelt, aberals einen Gegenstand der reinen Vernunft in ihrem praktischen Ge-brauche, und ein eorpns mMmum der vernünftigen Wesen in ihr,so fern deren freie Willkür unter moralischen Gesetzen sowohl mitsich selbst, als mit jedes Anderen Freiheit durchgängige systematischeEinheit an sich hat.
Das war die Beantwortung der ersten von denen zwei Fra-gen der reinen Vernunft, die das praktische Interesse betrafen:Lhue das, wodurch du würdig wirst, glücklich zu sein.Die zweite fragt nun: wie, wenn ich mich nun so verhalte, daßich der Glückseligkeit nicht unwürdig sei, darf ich auch hoffen, ihrerdadurch thcilhaftig werden zu können? Es kommt bei der Beant-wortung derselben darauf an, ob die Principien der reinen Vernunft,welche a priori das Gesetz verschreiben, auch diese Hoffnung noch-wcndigcrwcise damit verknüpfen.
Ich sage demnach: daß eben sowohl, als die moralischen Prin-cipien nach der Vernunft in ihrem praktischen Gebrauche noth-wendig sind, eben so nothwendig sei es auch nach der Vernunft inihrem theoretischen Gebrauch anzunehmen, daß Jedermann dieGlückseligkeit in demselben Maaße zu hoffen Ursache habe, als ersich derselben in seinem Verhalten würdig gemacht hat, und daßalso das System der Sittlichkeit mit dem der Glückseligkeit unzer-trennlich, aber nur in der Idee der reinen Vernunft verbunden sei.
Nun läßt sich in einer intelligiblen d. i. der moralischen Welt,in deren Begriff wir von allen Hindernissen der Sittlichkeit (derNeigungen) abstrahircn, ein solches System der mit der Moralitätverbundenen proportionirten Glückseligkeit auch nothwendig denken,weil die durch sittliche Gesetze theils bewegte, thcils rcstringirte Frei-heit selbst die Ursache der allgemeinen Glückseligkeit, die vernünfti-gen Wesen also selbst, unter der Leitung solcher Principien, Urhe-ber ihrer eigenen und zugleich Anderer dauerhaften Wohlfahrt sein