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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
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596
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596 Methodcnlehre. Ik Hauptst. I. Abschn.

Disciplin. Folglich, wenn es überall einen richtigen Gebrauch derreinen Vernunft gibt, in welchem Fall es auch einen Kanon der-selben geben muß, so wird dieser nicht den speculativen, sondernden praktischen Vernunftgebrauch betreffen, den wir alsojetzt untersuchen wollen.

Des Kanons der reinen Vernunft

erster Abschnitt.

Von dem letzten Zwecke des reinen Gebrauchs unserer Vernunft.

Die Vernunft wird durch einen Hang ihrer Natur getrieben,über den Erfahrungsgebrauch hinaus zu gehen, sich in einem reinenGebrauche und vermittelst bloser Ideen zu den äußersten Grenzenaller Erkenntniß hinaus zu wagen und nur allererst in der Vollen-dung ihres Kreises, in einem für sich bestehenden systematischenGanzen Ruhe zu finden. Ist nun diese Bestrebung blos auf ihrspeculatives, oder vielmehr einzig und allein auf ihr praktisches In-teresse gegründet?

Ich will das Glück, welches die reine Vernunft in speculativerAbsicht macht, jetzt bei Seite setzen, und frage nur nach denen Auf-gaben, deren Auflösung ihren letzten Zweck ausmacht, sie mag diesennun erreichen oder nicht, und in Ansehung dessen alle anderen blosden Werth der Mittel haben. Diese höchste Zwecke werden, nachder Natur der Vernunft, wiederum Einheit haben müssen, um das-jenige Interesse der Menschheit, welches keinem höheren untergeordnetist, vereinigt zu befördern.

Die Endabsicht, worauf die Spekulation der Vernunft imtransscendentalen Gebrauche zuletzt hinauslauft, betrifft drei Gegen-stände: die Freiheit des Willens, die Unsterblichkeit der Seele, unddas Dasein Gottes. In Ansehung aller dreien ist das blos speku-lative Interesse der Vernunft nur sehr gering, und in Absicht aufdasselbe würde wohl schwerlich eine ermüdende, mit unaufhörlichenHindernissen ringende Arbeit transscendenter Nachforschung über-