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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
Entstehung
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583
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Die Disciplin der reiner Vernunft in Ansehung der Hypothesen. 58,'i

können wir ihn aber ausrotten, wenn wir ihm nicht Freiheit, jaselbst Nahrung geben, Kraut auszuschicßcn, um sich dadurch zu ent-decken, und cs nachher mit der Wurzel zu vertilgen? Sinnet dem-nach selbst auf Einwürfe, aus die noch kein Gegner gefallen ist, undleihet ihm sogar Waffen, oder räumet ihm den günstigsten Platz ein,den er sich nur wünschen kann. Es ist hiebei gar nichts zu fürchten,wohl aber zu hoffen, nämlich daß ihr euch einen in alle Zukunftniemals mehr anzufechtenden Besitz verschaffen werdet.

Zu einer vollständigen Rüstung gehören nun auch die Hypothesender reinen Vernunft, welche, obzwar nur bleierne Waffen, (weil siedurch kein Ersahrungsgesetz gestählt sind,) dennoch immer so vielvermögen, als die, deren sich irgend ein Gegner wider euch bedienenmag. Wenn euch also wider die, (in irgend einer anderen nichtspeculativen Rücksicht) -angenommene immaterielle und keiner körper-lichen Umwandlung unterworfene Natur der Seele die Schwierigkeitaufstößt, daß gleichwohl die Erfahrung sowohl die Erhebung, alsZerrüttung unserer Geisteskräfte, blos als verschiedene Modisicationunserer Organe zu beweisen scheine; so könnt ihr die Kraft diesesBeweises dadurch schwächen, daß ihr annehmt, unser Körper seinichts, als die Fundamentalerscheinung, worauf, als Bedingung,sich in dem jetzigen Zustande (im Leben) das ganze Vermögen derSinnlichkeit und hiemit alles Denken bezieht. Die Trennung vomKörper sei das Ende dieses sinnlichen Gebrauchs eurer Erkenntnißkraftund der Anfang des intellektuellen. Der Körper wäre allo nichtdie Ursache des Denkens, sondern eine blos restringirende Bedingungdesselben, mithin zwar als Beförderung des sinnlichen und anima-lischen, aber desto mehr auch als Hindcrniß des reinen und spirituellenLebens anzusehen, und die Abhängigkeit des ersteren von der körper-lichen Beschaffenheit bewiese nichts für die Abhängigkeit des ganzenLebens von dem Zustande unserer Organe. Ihr könnt aber nochweiter gehen, und wohl gar neue, entweder nicht aufgeworfene, odernicht weit genug getriebene Zweifel ausfindig machen.

Die Zufälligkeit der Zeugungen, die bei Menschen, so wie beimvernunftlosen Geschöpfe, von der Gelegenheit, überdcm aber auch