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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
Entstehung
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579
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Die Difciplin der reinen Vernunft in Ansehung der Hypothesen. 57!)

anzunehmcn (ein transscendenter Begriff), wäre ein Satz, dernicht allein unerweislich, (wie es mehrere physische Hypothesensind,) sondern auch ganz willkürlich und blindlings gewagt seinwürde, weil das Einfache in ganz und gar keiner Erfahrung Vor-kommen kann, und wenn man unter Substanz hier das beharrlicheObject der sinnlichen Anschauung versteht, die Möglichkeit einer ein-fachen Erscheinung gar nicht einzusehcn ist. Blos intelligibleWesen, oder blos intelligible Eigenschaften der Dinge der Sinnen-wclt lassen sich mit einer gegründeten Bcfugniß der Vernunft alsMeinung annehmen, obzwar, (weil man von ihrer Möglichkeit oderUnmöglichkeit keine Begriffe hat,) auch durch keine vermeinte bessereEinsicht dogmatisch ableugnen.

Zur Erklärung gegebener Erscheinungen können keine anderenDinge und Erklärungsgründe, als die, so nach schon bekannten Ge-setzen der Erscheinungen mit den gegebenen in Verknüpfung gesetztworden, angeführt werden. Eine transscendcntale Hypothese,bei der eine blose Idee der Vernunft zur Erklärung der Naturdingcgebraucht würde, würde daher gar keine Erklärung sein, indem das,was. man aus bekannten empirischen Principien nicht hinreichendversteht, durch etwas erklärt werden würde, davon man gar nichtsversteht. Auch würde das Princip einer solchen Hypothese eigentlichnur zur Befriedigung der Vernunft und nicht zur Beförderung desVcrstandcsgcbrauchs in Ansehung der Gegenstände dienen. Ordnungund Zweckmäßigkeit in der Natur muß wiederum aus Naturgründenund nach Naturgesetzen erklärt werden, und hier sind selbst die wil-desten Hypothesen, wenn sie nur physisch sind, erträglicher, als einehyperphysische d. i. die Berufung auf einen göttlichen Urheber, denman zu diesem Behuf voraussetzt. Denn das wäre ein Princip derfaulen Vernunft (ixn-rvs rati«), alle Ursachen, deren objcctive Rea-lität, wenigstens der Möglichkeit nach man noch durch fortgesetzteErfahrung kann kennen lernen, auf einmal vorbcizugchcn, um ineiner blosen Idee, die der Vernunft sehr bequem ist, zu ruhen.Was aber die absolute Totalität des Erklärungsgrundes in der Reihederselben betrifft, so kann das keine Hinderniß in Ansehung der