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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
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577
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Die Disciplin der reinen Vernunft in Ansehung der Hypothese». 5i77

kann, so fällt der Verdacht auf alle, so überredend sie auch sonstimmer sein mögen.

Und so führt der Skeptiker, der Zuchtmcistcr des dogmatischenVernünftlers, auf eine gesunde Kritik des Verstandes und der Ver-nunft selbst. Wenn er dahin gelangt ist, so hat er weiter keineAnfechtung zu fürchten; denn er unterscheidet alsdenn seinen Besitzvon dem, was gänzlich außerhalb demselben liegt, worauf er keineAnsprüche macht und darüber auch nicht in Streitigkeit verwickeltwerden kann. So ist das skeptische Verfahren zwar an sich selbstfür die Vernunftfragcn nicht befriedigend, aber doch vorübend,um ihre Vorsichtigkeit zu erwecken und auf gründliche Mittel zuweisen, die sic in ihren rechtmäßigen Besitzen sichern können.

Des ersten Hauptst ü ck sdritter Abschnitt.

Die Disciplin der reinen Vernunft in Ansehung der Hypothesen.

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Weil wir denn durch Kritik unserer Vernunft endlich so vielwissen, daß wir in ihrem reinen und speculativen Gebrauche in derLhat gar nichts wissen können; sollte sie nicht ein desto weiteresFeld zu Hypothesen eröffnen, da es wenigstens vergönnt ist,zu dichten und zu meinen, wenn gleich nicht zu behaupten?

Wo nicht etwa Einbildungskraft schwärmen, sondern unterder strengen Aufsicht der Vernunft dichten soll, so muß immervorher etwas völlig gewiß und nicht erdichtet oder blose Meinungsein, und das ist die Möglichkeit des Gegenstandes selbst. Als-denn ist es wohl erlaubt, wegen der Wirklichkeit desselben zur Mei-nung seine Zuflucht zu nehmen, die aber, um nicht grundlos zusein, mit dem, was wirklich gegeben und folglich gewiß ist, alSErklärungsgrund in Verknüpfung gebracht werden muß und alS-denn Hypothese heißt.

Da wir uns nun von der Möglichkeit der dynamischen Ver-knüpfung n priori nicht den mindesten Begriff machen können, undKant s. W. u. 37