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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
Entstehung
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575
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Die Disciplin der reinen Vernunft im polcm. Gebrauche. 5?5

mäßig schließen, und nur Erfahrung könne uns ein solches Gesetzlehren. Dagegen haben wir in der transscendentalcn Logik gesehen, daß,ob wir zwar niemals unmittelbar über den Inhalt des Begriffs,der uns gegeben ist, hinausgehen können, wir doch völlig n priori,aber in Beziehung auf ein Drittes, nämlich mögliche Erfahrung,also doch u priori das Gesetz der Verknüpfung mit anderen Dingenerkennen können. Wenn also vorher fest gewesenes Wachs schmilzt,so kann ich n priori erkennen, daß etwas vorausgegangen seinmüsse (z. B. Svnncnwärmc), worauf dieses nach einem beständigenGesetze gefolgt ist, ob ich zwar, ohne Erfahrung, aus der Wirkungweder die Ursache, noch aus der Ursache die Wirkung a priori undohne Belehrung der Erfahrung bestimmt erkennen könnte. Er-schloß also fälschlich aus der Zufälligkeit unserer Bestimmung nachdem Gesetze auf die Zufälligkeit des Gesetzes selbst, und dasHerausgehcn aus dem Begriffe eines Dinges auf mögliche Erfah-rung, (welches a priori geschieht und die objective Realität desselbenausmacht,) verwechselte er mit der Synthesis der Gegenstände wirk-licher Erfahrung, welche freilich jederzeit empirisch ist; dadurch machteer aber aus einem Princip der Affinität, welches im Verstände sei-nen Sitz hat, und nothwendige Verknüpfung aussagt, eine Regelder Association, die blos in der nachbildendcn Einbildungskraft ge-troffen wird und nur zufällige, gar nicht objective Verbindungendarstellen kann.

Die skeptischen Verirrungen aber dieses sonst äußerst scharfsin-nigen Mannes entsprangen vornehmlich aus einem Mangel, den erdoch mit allen Dogmatikern gemein hatte, nämlich daß er nichtalle Arten der Synthesis des Verstandes » priori systematisch übersah.Denn da würde er, ohne der übrigen hier Erwähnung zu thun,z. B. den Grundsatz der Beharrlichkeit als einen solchengefunden haben, der eben sowohl, als der der Causalitat, die Erfahrunganticipirt. Dadurch würde er auch dem a priori sich erweiterndenVerstände und der reinen Vernunft bestimmte Grenzen haben vor-zeichncn können. Da er aber unseren Verstand nur einschränkt,ohne ihn zu begrenzen, und zwar ein allgemeines Mißtrauen,