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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
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550 Mcthodcnlehre. I- Hauptst. H Abschn.

tische Methode, sie mag nun dem Mathematiker abgeborgt sein,oder eine cigenthümliche Manier werden sollen, sür sich unschicklich.Denn sie verbirgt nur die Fehler und Jrrthümer und täuscht diePhilosophie, deren eigentliche Absicht ist, alle Schritte der Vernunftin ihrem klaresten Lichte sehen zu lassen. Gleichwohl kann die Me-thode immer systematisch sein. Denn unsere Vernunft (subjectiv)ist selbst ein System, aber in ihrem reinen Gebrauche, vermittelstbloser Begriffe, nur ein System der Nachforschung nach Grundsätzender Einheit, zu welcher Erfahrung allein den Stoff hergebenkann. Von der eigcnthümlichen Methode einer Transscendentalphilo-sophie laßt sich aber hier nichts sagen, da wir es nur mit einerKritik unserer Vermögensumstände zu thun haben, ob wir überallbauen und wie hoch wir wohl unser Gebäude aus dem Stoffe,den wir haben (den reinen Begriffen a priori), aufführen können.

Des ersten Hauptstücks

zweiter Abschnitt.

Die Distiplin der reinen Vernunft in Ansehung ihres polemischen

Gebrauchs.

Die Vernunft muß sich in allen ihren Unternehmungen derKritik unterwerfen und kann der Freiheit derselben durch kein Ver-bot Abbruch thun, ohne sich selbst zu schaden und einen ihr nach-theiligen Verdacht auf sich zu ziehen. Da ist nun nichts so wichtigin Ansehung des.Nutzens, nichts so heilig, das sich dieser prüfendenund musternden Durchsuchung, die kein Ansehen der Person kennt,entziehen dürste. Auf dieser Freiheit beruht sogar die Existenz derVernunft, die kein dictatorisches Ansehen hat, sondern deren Aus-spruch jederzeit nichts, als die Einstimmung freier Bürger ist, derenjeglicher seine Bedenklichkeiten, ja sogar sein voto ohne Zurückhaltenmuß äußern können.

Ob nun aber gleich die Vernunft sich der Kritik niemals ver-weigern kann, so hat sie doch nicht jederzeit Ursache, sie zu