546 Mcthodenlehre. I- Haupst. l. Abschn.
blosen Begriffen, und mithin discursiv, indem dadurch alle syntheti-sche Einheit der empirischen Erkenntnis; allererst möglich, keine An-schauung aber dadurch a priori gegeben wird.
So gibt cs denn einen doppelten Dernunftgebrauch, der, un-erachtct der Allgemeinheit der Erkenntniß und ihrer Erzeugung apriori, welche sic gemein haben, dennoch im Fortgange sehr ver-schieden ist, und zwar darum, weil in der Erscheinung, als wo-durch uns alle Gegenstände gegeben werden, zwei Stücke sind: dieForm der Anschauung (Raum und Zeit), die völlig » priori erkanntund bestimmt werden kann, und die Materie (das Physische) oderder Gehalt, welcher ein Etwas bedeutet, das im Raume und derZeit angetroffen wird, mithin ein Dasein enthalt und der Empfin-dung correspondirt. In Ansehung des letzteren, welches niemalsanders auf bestimmte Art, als empirisch gegeben werden kann, kön-nen wir nichts a priori haben, als unbestimmte Begriffe der Syn-thesis' möglicher Empfindungen, so fern sie zur Einheit der Apper-ception (in einer möglichen Erfahrung) gehören. In Ansehung derelfteren können wir unsere Begriffe in der Anschauung a priori be-stimmen, indem wir uns im Raume und der Zeit die Gegenständeselbst durch gleichförmige Synthesis schaffen, indem wir sie blos alsbetrachten. Jener heißt der Vcrnunftgebrauch nach Begrif-fen, bei dem wir nichts weiter thun können, als Erscheinungendem realen Inhalte nach unter Begriffe zu bringen, welche daraufnicht anders, als empirisch d. i- a posteriori, (aber jenen Begrif-fen als Regeln einer empirischen Synthesis gemäß,) können be-stimmt werden; dieser ist der Vernunftgebrauch durch Constructionder Begriffe, durch den diese, da sie schon auf eine Anschauung apriori gehen, auch eben darum a priori und ohne alle empirische«iata in der reinen Anschauung bestimmt gegeben werden können.Alles, was da ist (ein Ding im Raum oder der Zeit), zu erwä-gen, ob und wie fern es ein Quantum ist oder nicht, daß ein Da-sein in demselben oder Mangel vorgestcllt werden müsse, wie ferndieses Etwas, (welches Raum oder Zeit erfüllt,) ein erstes Sub-stratum oder blose Bestimmung sei, eine Beziehung seines Daseins