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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
Entstehung
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545
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Die Disciplin der reinen Vernunft im dogm. Gebrauche. 545

was wirklich in ihm enthalten ist. Ich kann aber von dem Be-griffe zu der ihm corrcspondirendcn reinen oder empirischen An-schauung gehen, um ihn in derselben in concreto zu erwägen, und,! was dem Gegenstände desselben zukommt, a priori oder n posteriorizu erkennen. Das Erstere ist die rationale und mathematische Er-kmntniß durch die Construction des Begriffs, das Zweite die blosej empirische (mechanische) Erkenntniß, die niemals nothwcndige und

! apodiktische Sätze geben kann. So könnte ich meinen empirischen

Begriff vom Golde zergliedern, ohne dadurch etwas weiter zu ge-winnen, als Alles, was ich bei diesem Worte wirklich denke, hcr-zählen zu können, wodurch in meinem Erkenntniß zwar eine logi-sche Verbesserung vergeht, aber keine Vermehrung oder Zusatz er-worben wird. Ich nehme aber die Materie, welche unter diesemNamen vorkommt, und stelle mit ihr Wahrnehmungen an, welchemir verschiedene synthetische, aber empirische Satze an die Handgeben werden. Den mathematischen Begriff eines Triangels würdeich construiren d. i. n priori in der Anschauung geben, und ausdiesem Wege eine synthetische, aber rationale Erkenntniß bekommen.Aber wenn mir der transscendcntale Begriff einer Realität, Sub-stanz, Kraft rc. gegeben ist, so bezeichnet er weder eine empirischenoch reine Anschauung, sondern lediglich die Synthesis der empirischenAnschauungen, (die also n priori nicht gegeben werden können,) und eskann also aus ihm, weil die Synthesis nicht s priori zu der An-schauung, die ihm correspondirt, hinausgehcn kann, auch kein be-stimmender synthetischer Satz, sondern nur ein Grundsatz der Syn-thesis*) möglicher empirischer Anschauungen entspringen. Also istein transsccndcntaler Satz ein synthetisches Vernunfterkenntniß nach

j *) Vermittelst des Begriffs der Ursache gehe ich wirklich aus dem empi-

8 rischen Begriffe von einer Begebenheit, (da etwas geschieht,) heraus, aber

st nicht zu der Anschauung, die den Begriff der Ursache in oinereto darstcllt,

sondern zu den Zeitbcdingungen überhaupt, die in der Erfahrung dem Begriffeder Ursachen gemäß gefunden werden möchten. Ich verfahre also blos nachBegriffen, und kan» nicht durch Construction der Begriffe verfahren, weil derBegriff eine Regel der Synthesis der Wahrnehmungen ist, die keine reineAnschauungen sind und sich also » priori nicht geben lassen.

Kant s. W. N. 35