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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
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544
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541 Methodcnlehre. I. Hauptst. I. Abschn.

wohl durch ihn synthetisch und a priori urtheilen, aber nur dis-cursiv nach Begriffen, und niemals intuitiv durch die Constructiondes Begriffes.

Nun ist von aller Anschauung keine s, priori gegeben, als dieblose Form der Erscheinungen, Raum und Zeit, und ein Begriffvon diesen, als guantis, läßt sich entweder zugleich mit der Qua-lität derselben (ihre Gestalt), oder auch blos ihre Quantität (dieblose Synthesis des gleichartig Mannigfaltigen) durch Zahl apriori in der Anschauung darstcllen d. i. construircn. Die Materieaber der Erscheinungen, wodurch uns Dinge im Raume und derZeit gegeben werden, kann nur in der Wahrnehmung, mithin aposteriori vorgestellt werden. Der einzige Begriff, der a prioridiesen empirischen Gehalt der Erscheinungen vorstellt, ist der Be-griff des Dinges überhaupt, und die synthetische Erkenntniß vondemselben a priori kann nichts weiter, als die blose Regel der Syn-thesis desjenigen, was die Wahrnehmung a posteriori geben mag,niemals aber die Anschauung des realen Gegenstandes a prioriliefern, weil diese nothwendig empirisch sein muß.

Synthetische Sätze, die auf Dinge überhaupt, deren An-schauung sich it priori gar nicht geben läßt, gehen, sind transsccn-dental. Demnach lassen sich transscendentale Sätze niemals durchConstruction der Begriffe, sondern nur nach Begriffen a priorigeben. Sie enthalten blos die Regel, nach der eine gewisse synthe-tische Einheit desjenigen, was nicht a priori anschaulich vorgcstelltwerden kann, (der Wahrnehmungen,) empirisch gesucht werden soll.Sie können aber keinen einzigen ihrer Begriffe a priori in irgendeinem Falle darstellen, sondern thun dieses nur a posteriori, ver-mittelst der Erfahrung, die nach jenen synthetischen Grundsätzenallererst möglich wird.

Wenn man von einem Begriffe synthetisch urthcilcn soll, somuß man aus diesem Begriffe hinausgehcn, und zwar zur An-schauung, in welcher er gegeben ist. Denn bliebe man bei demstehen, was im Begriffe enthalten ist, so wäre das Urtheil blosanalytisch, und Me Erklärung des Gedankens nach demjenigen,