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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
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542
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512 Mcthodcnlehre. I- Hauptst. I. Abschn.

Er gelangt auf solche Weise durch eine Kette von Schlüssen, immervon der Anschauung geleitet, zur völlig einleuchtenden und zugleichallgemeinen Auflösung der Frage.

Die Mathematik aber construirt nicht blos Größen (qiumls),wie in der Geometrie, sondern auch die blose Größe (gnontitstem),wie in der Buchstabenrechnung, wobei sie von der Beschaffenheitdes Gegenstandes, der nach einem solchen Größenbegriff gedachtwerden soll, gänzlich abstrahirt. Sie wählt sich alsdenn eine gewisseBezeichnung aller Constructionen von Größen überhaupt (Zahlen,als der Addition, Subtraction, Ausziehung der Wurzel u. s. w.)und nachdem sie den allgemeinen Begriff der Größen nach denverschiedenen Verhältnissen derselben auch bezeichnet hat, so stelltsie alle Behandlung, die durch die Größe erzeugt und verändertwird, nach gewissen allgemeinen Regeln in der Anschauung dar;wo eine Größe durch die andere dividirt werden soll, setzt sie beiderihre Charaktere nach der bezeichnenden Form der Division zusammenu. s. w., und gelangt also vermittelst einer symbolischen Constructioneben so gut, wie die Geometrie nach einer offensiven oder geome-trischen (der Gegenstände selbst) dahin, wohin die discursive Erkenntnißvermittelst bloser Begriffe niemals gelangen könnte.

Was mag die Ursache dieser so verschiedenen Lage sein, darinsich zwei Vcrnunftkünstler befinden, deren der eine seinen Weg nachBegriffen, der andere nach Anschauungen nimmt, die er » prioriden Begriffen gemäß darstcllt? Nach den oben vorgetragcnen trans-sccndentalen Grundlagen ist diese Ursache klar. Es kommt hiernicht auf analytische Satze an, die durch blose Zergliederung derBegriffe erzeugt werden können, (hierin würde der Philosoph ohneZweifel den Vorthcil über seinen Nebenbuhler haben,) sondern aufsynthetische, und zwar solche, die a priori sollen erkannt werden.Denn ich soll nicht auf dasjenige sehen, was ich in meinem Be-griffe vom Triangel wirklich denke, (dieses ist nichts weiter, als dieblose Definition;) vielmehr soll ich über ihn zu Eigenschaften, diein diesem Begriffe nicht liegen, aber doch zu ihm gehören, hinaus-gehcn., Nun ist dieses nicht anders möglich, als daß ich meinen