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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
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538
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538 Mcthodcnlehre. l Hauptstück.

concreto dargestellt werden müssen und jedes Ungegründete undWillkürliche dadurch alsbald offenbar wird. Wo aber weder empi-rische noch reine Anschauung die Vernunft in einem sichtbaren Ge-leise halten, nämlich in ihrem transsccndentalen Gebrauche, nachblosen Begriffen, da bedarf sie so sehr einer Disciplin, die ihrenHang zur Erweiterung über die engen Grenzen möglicher Erfahrungbändige und sie von Ausschweifung und Zrrthum abhalte, daß auchdie ganze Philosophie der reinen Vernunft blos mit diesem negativenNutzen zu thun hat. Einzelnen Verirrungen kann durch Censurund den Ursachen derselben durch Kritik abgcholfen werden. Woaber, wie in der reinen Vernunft, ein ganzes System von Täu-schungen und Blendwerken angetroffen wird, die unter sich wohlverbunden und unter gemeinschaftlichen Principien vereinigt sind, dascheint eine ganz eigene und zwar negative Gesetzgebung erforderlichzu sein, welche unter dem Namen einer Disciplin aus der Naturder Vernunft und der Gegenstände ihres reinen Gebrauchs gleichsamein System der Vorsicht und Selbstprüfung errichte, vor welchemkein falscher vernünftelnder Schein bestehen kann, sondern sich sofort,unerachtet aller Gründe seiner Beschönigung, verrathen muß.

Es ist aber wohl zu merken, daß ich in diesem zweiten Haupt-theile der transsccndentalen Kritik die Disciplin der reinen Vernunftnicht auf den Inhalt, sondern blos auf die Methode der Erkenntnißaus reiner Vernunft richte. Das Erstere ist schon in der Elemen-tarlchre geschehen. Es hat aber der Vcrnunftgebrauch so vielAchn-liches, auf welchen Gegenstand er auch angewandt werden mag, undist doch, so fern er transscendental sein soll, zugleich von allem An-deren so wesentlich unterschieden, daß ohne die warnende Negativlchreeiner besonders darauf gestellten Disciplin die Jrrthümer nicht zuverhüten sind, die aus einer unschicklichen Befolgung solcher Methoden,die zwar sonst der Vernunft, aber nur nicht hier anpasscn, noth-wendig entspringen müssen.