528 Elementarlehre. II. Th. II Abth. II. Buch. 3. Hauptst.
oder vielmehr seine Idee, relativ aus den systematischen Gebrauchder Vernunft in Ansehung der Dinge der Welt, brauchen sollen.
Auf solche Weise aber können wird doch, (wird man fortfah-ren zu fragen,) einen einigen weisen und allgewaltigen Welturheberannehmen? Ohne allen Zweifel; und nicht allein dies, sondernwir müssen einen solchen voraussctzcn. Aber alsdenn erweiternwir doch unsere Erkenntniß über das Feld möglicher Erfahrung?Kein es weg es. Denn wir haben nur ein Etwas vorausgesetzt,wovon wir gar keinen Begriff haben, was es an sich selbst sei(einen blos transscendentalen Gegenstand), aber in Beziehung aufdie systematische und zweckmäßige Ordnung des Weltbaues, welchewir, wenn wir die Natur studiren, voraussetzen müssen, haben wirjenes uns unbekannte Wesen nur nach der Analogie mit einerIntelligenz (ein empirischer Begriff) gedacht, d. i. es in Ansehungder Zwecke und der Vollkommenheit, die sich auf demselben grün-den, gerade mit denen Eigenschaften begabt, die nach den Bedin-gungen unserer Vernunft den Grund einer solchen systematischenEinheit enthalten können. Diese Idee ist also respectiv auf denWeltgebrauch unserer Vernunft ganz gegründet. Wollten wirihr aber schlechthin objective Gültigkeit ertheilcn, so würden wir ver-gessen, daß es lediglich ein Wesen in der Idee sei, das wir denken,und indem wir alsdenn von einem durch die Wcltbetrachtung garnicht bestimmbaren Grunde ansingen, würden wir dadurch außerStand gesetzt, dieses Princip dem empirischen Vernunftgebrauch an-gemessen anzuwenden.
Aber, (wird man ferner fragen,) auf solche Weise kann ichdoch von dem Begriffe und der Voraussetzung eines höchsten We-sens in der vernünftigen Wellbetrachtung Gebrauch machen? Ja;dazu war auch eigentlich diese Idee von der Vernunft zum Grundegelegt. Allein darf ich nun zweckähnliche Anordnungen als Absich-ten ansehen, indem ich sie vom göttlichen Willen, obzwar vermit-telst besonderer dazu in der Welt darauf gestellten Anlagen ablcite?Ja, das könnt ihr auch thun, aber so, daß cs euch gleich viel gelten