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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
Entstehung
Seite
527
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7. Abschn. Kritik aller spekulativen Theologie. Anhang. 527

gebe, was den Grund der Wettordnung und ihres Zusammenhan-ges nach allgemeinen Gesetzen enthalte? so ist die Antwort: ohneZweifel. Denn die Welt ist eine Summe von Erscheinungen; esmuß also irgend, ein transsccndentalcr d. i. blos dem reinen Ver-stände denkbarer Grund derselben sein. Ist zweitens die Frage:ob dieses Wesen Substanz, von der größten Realität, nothwen-dig:c. sei? so antworte ich: daß diese Frage gar keine Be-deutung habe. Denn alle Kategorien, durch welche ich mireinen Begriff von einem solchen Gegenstände zu machen versuche,sind von keinem anderen, als empirischen Gebrauche und haben garkeinen Sinn, wenn sie nicht auf Objecte möglicher Erfahrung d. i.auf die Sinncnwett angewandt werden. Außer diesem Felde sind sieblos Titel zu Begriffen, die man einraumen, dadurch man aberauch nichts verstehen kann. Ist endlich drittens die Frage: obwir nicht wenigstens dieses von der Wett unterschiedene Wesennach einer Analogie mit den Gegenständen der Erfahrung denkendürfen? so ist die Antwort: allerdings, aber nur als Gegenstandin der Idee und nicht in der Realität, nämlich nur, so fern er einuns unbekanntes Substratum der systematischen Einheit, Ordnungund Zweckmäßigkeit der Weltcinrichtung ist, welche sich die Ver-nunft zum regulativen Princip ihrer Naturforschung machen muß.Noch mehr, wir können in dieser Idee gewisse Anthropomorphis-men, die dem gedachten regulativen Princip beförderlich sind, unge- ^scheut und ungctadelt erlauben. Denn es ist immer nur eine Idee,

! die gar nicht direct auf ein von der Wett unterschiedenes Wesen,sondern auf das regulative Princip der systematischen Einheit derWelt, aber nur vermittelst eines Schema derselben, nämlich einerobersten Intelligenz, die nach weisen Absichten Urheber derselben sei,bezogen wird. Was dieser Urgrund der Wclteinheit an sich selbstsei, hat dadurch nicht gedacht werden sollen, sondern wie wir ihn,

hypostatisch vorgcstellt wird, noch besonders zu erörtern. Das Verfahren hiebeiist demjenigen sehr ähnlich, welches die Kritik in Ansehung des theologischenIdeals beobachtet.