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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
Entstehung
Seite
523
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7. Abschn. Kritik aller spekulativen Theologie.- Anhang. 523

, für schlechthin vollendet ansieht, und die Vernunft sich also zur. Ruhe begibt, als ob sie ihr Geschäft völlig ausgerichtet habe. Daherselbst die psychologische Idee, wenn sie als ein constitutives Pnncipfür die Erklärung der Erscheinungen unserer Seele und hernach gar,

! zur Erweiterung unserer Erkenntniß dieses Subjects, noch über alleErfahrung hinaus (ihren Zustand nach dem Tode) gebraucht wird,

! es der Vernunft zwar sehr bequem macht, aber auch allen Natur-> gebrauch derselben nach der Leitung der Erfahrung ganz verdirbtund zu Grunde richtet. So erklärt der dogmatische Spiritualistdie durch allen Wechsel der Zustände unverändert bestehende Einheit! der Person aus der Einheit der denkenden Substanz, die er in demIch unmittelbar wahrzunehmcn glaubt, das Interesse, was wir anDingen nehmen, die sich allererst nach unserem Tode zutragcn sollen,aus dem Bewußtsein der immateriellen Natur unseres denkendenSubjects ec. und überhebt sich aller Naturuntersuchung der Ursachedieser unserer inneren Erscheinungen aus physischen Erklärungsgründen,

^ indem er gleichsam durch den Machtspruch einer transsccndcnten Ver-nunft die immanenten Erkenntnißqucllen der Erfahrung, zum Behufseiner Gemächlichkeit, aber mit Einbuße aller Einsicht vorbeigeht.

! Noch deutlicher fällt diese nachthcilige Folge bei dem Dogmatismusunserer Idee von einer höchsten Intelligenz und dem darauf falsch-^ lich gegründeten theologischen System der Natur (Physikothcologie)

^ in die Augen. Denn da dienen alle sich in der Natur zeigende,

oft nur von uns selbst dazu gemachte Zwecke dazu, es uns in derErforschung der Ursachen recht bequem zu machen, nämlich anstatt! sie in den allgemeinen Gesetzen des Mechanismus der Materie zusuchen, sich geradezu auf den unerforschlichen Rathschluß der höchsteni Weisheit zu berufen und die Vernunftbemühung alsdcnn für voll-endet anzusehen, wenn man sich ihres Gebrauchs übcrhebt, derdoch nirgend einen Leitfaden findet, als wo ihn uns die Ordnungder Natur und die Reihe der Veränderungen nach ihren inneren undallgemeineren Gesetzen an die Hand gibt. Dieser Fehler kann ver-mieden werden, wenn wir nicht blos einige Naturstücke, als z. B.