516 Elemmtarlchre. ». Th. 1l. Abth. ll. Buch. 3. Hauptst.
tischen Einheit der Sinnenwelt gedacht und ein bloses Etwas in derIdee, wovon wir, was es an sich sei, keinen Begriff haben.Hiedurch erklärt sich auch, woher wir zwar in Beziehung auf das,was existirend den Sinnen gegeben ist, der Idee eines an sich noth-wendigen Urwcsens bedürfen, niemals aber von diesem und seinerabsoluten Noth Wendigkeit den mindesten Begriff haben können.
Nunmehr können wir das Resultat der ganzen transscendentalenDialcklik deutlich vor Augen stellen und die Endabsicht der Ideender reinen Vernunft, die nur durch Mißverstand der Unbehutsamkcitdialektisch werden, genau bestimmen. Die reine Vernunft ist in derThal mit nichts, als mit sich selbst beschäftigt, und kann auch keinanderes Geschäft haben, weil ihr nicht die Gegenstände zur Einheitdes Erfahrungsbegriffs, sondern die Vcrstandescrkenntnifse zur Einheitdes Vernunftbegriffs d. i. des Zusammenhanges in einem Principgegeben werden. Die Vernunfteinheit ist die Einheit des Systems,und diese systematische Einheit dient der Vernunft nicht objectiv zueinem Grundsätze, um sie über die Gegenstände, sondern subjektivals Maxime, um sie über alles mögliche, empirische Erkenntniß derGegenstände zu verbreiten. Gleichwohl befördert der systematischeZusammenhang, den die Vernunft dem empirischen Verstandcsgcbrauchegeben kann, nicht allein dessen Ausbreitung, sondern bewährt auchzugleich die Richtigkeit desselben, und das Principium einer solchensystematischen Einheit ist auch objectiv, aber auf unbestimmte Art< priiieipiuin vgA„m), nicht als constitutives Princip, um etwas inAnsehung seines direkten Gegenstandes zu bestimmen, sondern um,als blos regulativer Grundsatz und Maxime, den empirischen Gebrauchder Vernunft durch Eröffnung neuer Wege, die der Verstand nichtkennt, ins Unendliche (Unbestimmte) zu befördern und zu befestigen,ohne dabei jemals den Gesetzen des empirischen Gebrauchs im Min-desten zuwider zu sein.
Die Vernunft kann aber diese systematische Einheit nicht andersdenken, als daß sie ihrer Idee zugleich einen Gegenstand gibt, deraber durch keine Erfahrung gegeben werden kann; denn Erfahrung