514 Elementarlehre. II- Th. I!. Abth. li. Buch. 3. Hauptst.
um desto bestimmter die Allgemeinheit des Princips zu denken,als z. B. wenn ich mir ein Wesen als existircnd denke, das einer blosenund zwar lranssccndcntalen Idee correspondirt. Denn da kann ichdas Dasein dieses Dinges niemals an sich selbst annchmcn, weilkeine Begriffe, dadurch ich mir irgend einen Gegenstand bestimmtdenken kann, dazu zulangcn, und die Bedingungen der ebjectivcnGültigkeit meiner Begriffe durch die Idee selbst ausgeschlossen sind.Die Begriffe der Realität, der Substanz, der Causalitat, selbst dieder Nothwcndigkeit im Dasein haben, außer dem Gebrauche, da siedie empirische Erkenntniß eines Gegenstandes möglich machen, garkeine Bedeutung, die irgend ein Object bestimmte. Sie können alsozwar zu Erklärung der Möglichkeit der Dinge in der Sinncnwelt,aber nicht der Möglichkeit eines Welt ganzen selbst gebrauchtwerden, weil dieser Erklärungsgrund außerhalb der Welt und mithinkein Gegenstand einer möglichen Erfahrung sein müßte. Nun kannich gleichwohl ein solches unbegreifliches Wesen, den Gegenstand einerblosen Idee relativ auf die Sinncnwelt, obgleich nicht an sich selbstannehmen. Denn wenn dem größtmöglichen empirischen Gebrauchemeiner Vernunft eine Idee (der systematisch-vollständigen Einheit,von der ich bald bestimmter reden werde,) zum Grunde liegt, diean sich selbst niemals adäquat in der Erfahrung kann dargestelltwerden, ob sie gleich, um die empirische Einheit dem höchstmöglichenGrade zu nähern, unumgänglich nothwcndig ist, so werde ich nichtallein befugt, sondern auch genöthigt sein, diese Idee zu realisirend. i. ihr einen wirklichen Gegenstand zu setzen, aber nur als einEtwas überhaupt, das ich an sich, selbst gar nicht kenne, und demich nur, als einem Grunde jeder systematischen Einheit, in Be-ziehung auf diese letztere solche Eigenschaften gebe, als den Vcrstan-desbcgriffen im empirischen Gebrauche analogisch sind. Ich werdemir also nach der Analogie der Realitäten in der Welt, der Sub-stanzen, der Causalitat und der Nothwendigkcit ein Wesen denken,das Alles dieses in der höchsten Vollkommenheit besitzt, und, indemdiese Idee blos auf meiner Vernunft beruht, dieses Wesen als