7. Asschn. Kritik aller spcculativen Theologie. — Anhang. 5i l
continuirlich wechseln. Wir müssen zweitens (in der Kosmologie)die Bedingungen der inneren sowohl, als der äußeren Naturerschei-nungen in einer solchen nirgend zu vollendenden Untersuchung ver-folgen, als ob dieselbe an sich unendlich und ohne ein erstes oderoberstes Glied sei, obgleich wir darum, außerhalb aller Erscheinungen,die blos intelligiblen ersten Gründe derselben nicht leugnen, aber siedoch niemals in den Zusammenhang der Naturerklarungen bringendürfen, weil wir sie gar nicht kennen. Endlich und drittensmüssen wir (in Ansehung der Theologie) Alles, was nur immerin den Zusammenhang der möglichen Erfahrung gehören mag, sobetrachten, als ob diese eine absolute, aber durch und durch ab-hängige und immer noch innerhalb der Sinnenwclt bedingte Einheittmsmache, doch aber zugleich, als ob der Inbegriff aller Erschei-nungen (die Sinnenwclt selbst) einen einzigen obersten und allge-nugsamen Grund außer ihrem Umfange habe, nämlich eine gleichsamselbstständige ursprüngliche und schöpferische Vernunft, in Beziehungauf welche wir allen empirischen Gebrauch unserer Vernunft inseiner größten Erweiterung so richten, als ob die Gegenstände selbstaus jenem Urbilde aller Vernunft entsprungen wären; das heißt:nicht von einer einfachen denkenden Substanz die inneren Erscheinungender Seele, sondern nach der Idee eines einfachen Wesens jene voneinander ableiten; nicht von einer höchsten Intelligenz die Weltvrd-nung und systematische Einheit derselben ableiten, sondern von derIdee einer höchstweisen Ursache die Regel hernehmcn, nach welcherdie Vernunft bei der Verknüpfung der Ursachen und Wirkungen inder Welt zu ihrer eigenen Befriedigung am besten zu brauchen sei.
Nun ist nicht das Mindeste, was uns hindert, diese Ideenauch als objectiv und hypostatisch anzunehmen, außer allein diekosmologische, wo die Vernunft auf eine Antinomie stößt, wenn siesolche zu Stande bringen will; (die psychologische und theologischeenthalten dergleichen gar nicht.) Denn ein Widerspruch ist in ihnennicht; wie sollte uns daher Jemand ihre objective Realität bestreitenkönnen, da er von ihrer Möglichkeit eben so wenig weiß, um siezu verneinen, als wir, um sie zu bejahen? Gleichwohl isi's, um