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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
Entstehung
Seite
509
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7. Abschn. Kritik aller spekulativen Theologie. Anhang. 509

oberste Gerichtshof aller Rechte und Ansprüche unserer Spekulationkann unmöglich selbst ursprüngliche Täuschungen und Blendwerkeenthalten. Vcrmuthlich werden sie also ihre gute und zweckmäßigeBestimmung in der Naturanlage unserer Vernunft haben. DerPöbel der Vernünftler schreit aber, wie gewöhnlich, über Ungereimtheitund Widersprüche, schmäht auf die Regierung, in deren innerstePlane er nicht zu dringen vermag, deren wohlthätigen Einflüssen erauch selbst seine Erhaltung und sogar die Cultur verdanken sollte, dieihn in den Stand setzt, sie zu tadeln und zu vcrurthcilcn.

Man kann sich eines Begriffs a priori mit keiner Sicherheitbedienen, ohne seine transsccndcntale Dcduction zu Stande'gebrachtzu haben. Die Ideen der reinen Vernunft »erstatten zwar keineDcduction von der Art, als die Kategorien; sollen sie aber im min-desten einige, wenn auch nur unbestimmte, objective Gültigkeit habenund nicht blos leere Gedankcndinge (entia rationis ratiocinsntis)verstellen, so muß durchaus eine Dcduction derselben möglich sein,gesetzt, daß sie auch von derjenigen weit abwciche, die man mitden Kategorien vornehmen kann. Das ist die Vollendung des kri-tischen Geschäftes der reinen Vernunft, und dieses wollen wir jetztübernehmen.

Es ist ein großer Unterschied, ob etwas meiner Vernunft alsein Gegenstand schlechthin, oder nur als ein Gegenstandin der Idee gegeben wird. In dem erstcren Falle gehen meineBegriffe dahin, den Gegenstand zu bestimmen; im zweiten ist eswirklich nur ein Schema, dem direct kein Gegenstand, auch nichteinmal hypothetisch zugegeben wird, sondern welches nur dazu dient,um andere Gegenstände vermittelst, der Beziehung auf diese Idee,nach ihrer systematischen Einheit, mithin indircct uns vorzustellen.So sage ich: der Begriff einer höchsten Intelligenz ist eine bloseIdee, d. i. seine objective Realität soll nicht darin bestehen, daß ersich geradezu auf einen Gegenstand bezieht, (denn in solcher Bedeu-tung würden wir seine objective Gültigkeit nicht rechtfertigen können,)sondern er ist nur ein nach Bedingungen der größten Vcrnunft-cinheit geordnetes Schema von dem Begriffe eines Dinges überhaupt,

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