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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
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508
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508 Elementarlehre. ll. Th. H Abth. II. Buch. 3. Huuptst.

turcinhcit, welche sich gar wohl vereinigen lassen, aber so lange siefür objective'Einsichten gehalten werden, nicht allein Streit, sondernauch Hindernisse veranlassen, welche die Wahrheit lange aufhalten,bis ein Mittel gefunden wird, das streitige Interesse zu vereinigenund die Vernunft hierüber zufrieden zu stellen.

Eben so ist es mit der Behauptung oder Anfechtung des soberufenen, von Lcibnitz in Gang gebrachten und durch Bonnet treff-lich aufgestutzten Gesetzes der continuirlichen Stufenleiterder Geschöpfe bewandt, welche nichts, als eine Befolgung des aufdem Interesse der Vernunft beruhenden Grundsatzes der Affinitätist; denn Beobachtung und Einsicht in die Einrichtung der Naturkonnte es gar nicht als objcctive Behauptung an die Hand geben.Die Sprossen einer solchen Leiter, so wie sie uns Erfahrung angcbenkann, stehen viel zu weit auseinander, und unsere vermeintlich kleineUnterschiede sind gemeiniglich in der Natur selbst so weite Klüfte,daß auf solche Beobachtungen, (vornehmlich bei einer großen Man-nigfaltigkeit von Dingen, da es immer leicht sein muß, gewisseÄhnlichkeiten und Annäherungen zu finden,) als Absichten derNatur gar nichts zu rechnen ist. Dagegen ist die Methode, nacheinem solchen Princip Ordnung in der Natur aufzusuchen, und dieMaxime, eine solche, obzwar unbestimmt, wo oder wie weit, ineiner Natur überhauvt als gegründet anzusehen, allerdings ein recht-mäßiges und treffliches regulatives Princip der Vernunft; welches aberals ein solches viel weiter geht, als daß Erfahrung oder Beobach-tung ihr glcichkommcn könnte, doch ohne etwas zu bestimmen, son-dern ihr nur zur systematischen Einheit den Weg vorzuzeichnen.

Von der Endabsicht der natürlichen Dialektik dermenschlichen Vernunft.

Die Ideen der reinen Vernunft können nimmermehr an sichselbst dialektisch sein, sondern ihr bloser Mißbrauch muß cs alleinmachen, daß uns von ihnen ein trüglicher Schein entspringt; dennsie sind uns durch die Natur unserer Vernunft angegeben, und dieser