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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
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507
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7. Abschn- Kritik aller spcculativen Theologie. -- Anhang. ä07

Maximen der speculativen Vernunft, die lediglich auf dein spccnla-tiven Interesse derselben beruhen, ob es zwar scheinen mag, siewären objective Principien.

Wenn blos regulative Grundsätze als consiitutiv betrachtet werden,so können sic als objective Principien widerstreitend sein; betrachtetman sie aber blos als Maximen, so ist kein wahrer Widerstreit,sondern blos ein verschiedenes Interesse der Vernunft, welches dieTrennung der Denkungsart verursacht. In der That hat die Ver-nunft nur ein einiges Interesse und der Streit ihrer Maximen istnur eine Verschiedenheit und wechselseitige Einschränkung der Me-thoden, diesem Interesse ein Genüge zu thun.

Auf solche Weise vermag bei diesem Vernünftler mehr dasInteresse der Mannigfaltigkeit (nach dem Princip der Specisi-cation), bei jenem aber das Interesse der Einheit (nach demPrincip der Aggrcgalion). Ein jeder derselben glaubt sein Urtheilaus der Einsicht des Objects zu haben, und gründet es doch lediglichauf der größeren oder kleineren Anhänglichkeit an einen von beidenGrundsätzen, deren keine auf objectiven Gründen beruht, sondernnur auf dem Vcrnunstintereffe, und die daher besser Maximen, alsPrincipien genannt werden könnten. Wenn ich cinschende Männermit einander wegen der Charakteristik der Menschen, der Thierc oderPflanzen, ja selbst der Körper des Mincralreichs im Streite sehe,da die einen z. B. besondere und in der Abstammung gegründeteNolkscharakrere, oder auch entschiedene und erbliche Unterschiede derFamilien, Racen u. s. w. annchmen, andere dagegen ihren Sinndarauf setzen, daß die Natur in diesem Stücke ganz und gar einerleiAnlagen gemacht habe und aller Unterschied nur auf äußeren Zu-fälligkeiten beruhe, so darf ich nur die Beschaffenheit des Gegen-standes in Betrachtung ziehen, um zu begreifen, daß er für beideviel zu tief verborgen liege, als daß sie aus Einsicht in die Naturdes Objects sprechen könnten. Es ist nichts Anderes, als das zwie-fache Interesse der Vernunft, davon dieser Theil das eine, jenerdas andere zu Herzen nimmt oder auch affcctirt, mithin die Ver-scbiedcnheit der Maximen der Naturmannigfaltigkcit oder der Na-