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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
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501
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7. Abschn. Kritik aller spekulativen Theologie. Anhang. 501

als unter der Bedingung, daß ihre Objecte Gleichartigkeit an sich> haben, weil eben die Mannigfaltigkeit desjenigen, was unter einemBegriff zusammengefaßt werden kann, den Gebrauch dieses Begriffsund die Beschäftigung des Verstandes ausmacht.

Die Vernunft bereitet also dem Verstände sein Feld 1. durchein Princip der Gleichartigkeit des Mannigfaltigen, unter höherenGattungen, 2. durch einen Grundsatz der Varietät des Gleichartigenunter niederen Arten; und um die systematische Einheit zu vollenden,fügt sie 3. noch ein Gesetz der Affinität aller Begriffe hinzu,welches einen continuirlichcn Uebergang von einer jeden Art zu jederanderen durch stufenartigcs Wachsthum der Verschiedenheit gebietet.Wir können sie die Principien der Homogeneität, der Specifi-cation und der Continuität der Formen nennen. Das letztereentspringt dadurch, daß man die zwei ersteren vereinigt, nachdemman sowohl im Aufsteigen zu höheren Gattungen, als im Herab-steigcn zu niederen Arten den systematischen Zusammenhang in derIdee vollendet hat; denn alsdenn sind alle Mannigfaltigkeiten untereinander verwandt, weil sie insgesammt durch alle Grade der erwei-terten Bestimmung von einer einzigen obersten Gattung abstammen.

Man kann sich die systematische Einheit unter den drei logischenPrincipien auf folgende Art sinnlich machen. Man kann einen jedenBegriff als einen Punct ansehen, der, als der Standpunct einesZuschauers, seinen Horizont hat d. i. eine Menge von Dingen, dieaus demselben können vorgestellt und gleichsam überschaut werden.Innerhalb diesem Horizonte muß eine Menge von Punctcn insUnendliche angegeben werden können, deren jeder wiederum seinenengeren Gesichtskreis hat, d. i. jede Art enthalt Unterarten, nachdem Princip der Specisication, und der logische Horizont besteht nuraus kleineren Horizonten (Unterarten), nicht aber aus Puncten, diekeinen Umfang haben (Individuen). Aber zu verschiedenen Horizontend. i. Gattungen, die aus eben so viel Begriffen bestimmt werden,läßt sich ein gemeinschaftlicher Horizont, daraus man sie insgesammtals aus einem Mittelpuncte überschaut, gezogen denken, welcher diehöhere Gattung ist, bis endlich die höchste Gattung der allgemeine