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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
Entstehung
Seite
308
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308 Elementarlehre. H. Th. ll. Abth. II. Buch. I. Hauptst.

laufen. In dem Vernunstschluffc der ersten Classe schließe ichdem transscendentalen Begriffe des Subjects, der nichts Manch'faltiges enthält, auf die absolute Einheit des Subjects selber,welchem ich auf diese Weise gar keinen Begriff habe. Diesen dialekti-schen Schluß werde ich den transscendentalen ParalogismuSjnennen. Die zweite Classe der vernünftelnden Schlüsse ist auf dmf

transscendentalen Begriff der absoluten Totalität der Reihe der Be-dingungen zu einer gegebenen Erscheinung überhaupt angelegt, und-ich schließe daraus, daß ich von der unbedingten synthetischen Eiuheitfder Reihe auf einer Seite jederzeit einen sich selbst widersprechenden!Begriff habe, auf die Richtigkeit der entgegenstchenden Einheit, wem!ich gleichwohl auch keinen Begriff habe. Den Zustand der Vernumbei diesen dialektischen Schlüssen werde ich die Antinomie derreinen Vernunft nennen. Endlich schließe ich, nach der drittenArt vernünftelnder Schlüsse, von der Totalität der Bedingungen,Gegenstände überhaupt, so fern sie mir gegeben werden können, zudenken, auf die absolute synthetische Einheit aller Bedingungen derMöglichkeit der Dinge überhaupt, d. i. von Dingen, die ich nachihrem blosen transscendentalen Begriff nicht kenne, auf ein Wesenaller Wesen, welches ich durch einen transscendentalen Begriff nochweniger kenne und von dessen unbedingter Nothwendigkeit ich mirkeinen Begriff machen kann. Diesen dialektischen Vcrmmstschlußwerde ich Ideal der reinen Vernunft nennen.

Des zweiten Buchs der transscendentalen Dialektik !

erstes Hauptstück.

Von den Pamlogismcn der reinen Vernunft.

Der logische Paralogismus besteht in der Falschheit eines Vcr-nunftschlusscs der Form nach, sein Inhalt mag übrigens sein, welch»er wolle. Ein transscendentaler Pachlogismus aber hat einen tranS-scendentalcn Grund, der Form nach falsch zu schließen. Auf solch-Weise wird ein dergleichen Fehlschluß in der Natur der Menschen-