Druckschrift 
2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
Entstehung
Seite
269
Einzelbild herunterladen
 

Von der Amphibolie der Reflexionsbegriffe.

26S

logisch ist, nämlich aus lauter Positivem ein Zero 0 möglich»ichen; und man konnte nicht sagen, daß darum alle Realität unterMilder in Einstimmung sei, weil unter ihren Begriffen kein Widerstreitaiigcttvffcn wird *). Nach blosen Begriffen ist das Innere das^Eubslratum aller Verhältnis;- oder äußeren Bestimmungen. Wenn,jch also von allen Bedingungen der Anschauung abstrahirc und michlkdiglich an den Begriff von einem Dinge überhaupt halte, so kannffch von allem äußeren Verhältnis; abstrahircn, und es muß dennochkin Begriff von dem übrig bleiben, das gar kein Verhältniß, son-lan blose innere Bestimmungen bedeutet. Da scheint es nun, csc daraus: in jedem Dinge (Substanz) sei etwas, was schlechthinllich ist und allen äußeren Bestimmungen vergeht, indem es sielallemst möglich macht; mithin sei dieses Substratum so etwas, daskrinc äußere Verhältnisse mehr in sich enthält, folglich einfach,(dmn die körperlichen Dinge sind doch immer nur Verhältnisse, we-ims der Theile außer einander;) und weil wir keine schlechthinmm Bestimmungen kennen, als die durch unseren inneren Sinn,so sei dieses Subsiratum nicht allein einfach, sondern auch (nach'kr Analogie mit unserem inneren Sinn) durch Vorstellungenbestimmt, d. i. alle Dinge wären eigentlich Monaden oder mitVorstellungen begabte einfache Wesen. Dieses würde auch Alles seineRichtigkeit haben, gehörte nicht etwas mehr, als der Begriff voneiiiM Dinge überhaupt zu den Bedingungen, unter denen alleinMs Gegenstände der äußeren Anschauung gegeben werden könnenMd von denen der reine Begriff abstrahirt. Denn da zeigt sich,daß eine beharrliche Erscheinung in: Raume (undurchdringliche Aris-

ch Wollte man sich hier der gewöhnlichen Ausflucht bedienen, daß wc-' mgstms reslUates I^oumena einander nicht entgegen wirken können, so müßteman doch ein Beispiel von dergleichen reiner und sinncnfreicr Realität an-suhrcn, damit man verstände, ob eine solche überhaupt etwas oder gar nichts; verstelle. Aber cs kann kein Beispiel woher anders, als aus der Erfahrung^genommen werden, die niemals mehr als kU.ienomena darbietct, und so- bedenket dieser Satz nichts weiter, als daß der Begriff, der lauter Bejahungens enthält, nichts Verneinendes enthalte; ein Saß, an dem wir niemals ge-Miselt haben.