Druckschrift 
2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
Entstehung
Seite
263
Einzelbild herunterladen
 

Von der Amphibolic der Ncflexionsbcgriffe.

eben mit dem Pomp eines neuen Grundsatzes ankündigtc, sokeimte er sich doch desselben zu neuen Behauptungen, und seineNachfolger trugen ihn ausdrücklich in ihre Lcibnitz-Wolsianische Lehr-i grbäude ein. Nach diesem Grundsätze sind z. B. alle Ucbel nichts,al- Algen von den Schranken der Geschöpfe d. i. Negationen,licht diese das einzige Widerstreitende der Realität sind; (in demMMeii Begriffe eines Dinges überhaupt ist cs auch wirklich so, aberMM in den Dingen als Erscheinungen.) Jmgleichen finden diechiger desselben es nicht allein möglich, sondern auch natürlich,Realität ohne irgend einen besorglichen Widerstreit in eineml Wesen zu vereinigen, weil sie keinen anderen, als den des Wider-spruchs, (durch den der Begriff eines Dinges selbst aufgehobenwird,) nicht aber den des wechselseitigen Abbruchs kennen, da einNealgrund die Wirkung des anderen aufhcbt, und dazu wir nur inda Sinnlichkeit die Bedingungen antrcffen, uns einen solchenmzustellen.

Drittens: die Leibnitzische Monadologie hat gar keinen anderenGrund, als daß dieser Philosoph den Unterschied des Inneren undAmßeren blos im Werhältniß auf den Verstand vorstcllte. DieSubstanzen überhaupt müssen etwas Inneres haben, was alsomallen äußeren Verhältnissen, folglich auch der ZusammensetzungL sni ist. Das Einfache ist also die Grundlage des Inneren der^ Dinge an sich selbst. Das Innere aber ihres Zustandes kann auch^ nicht in Ort, Gestalt, Berührung oder Bewegung, (welche Bestim-mungen alle äußere Verhältnisse sind,) bestehen, und wir könnendaher den Substanzen keinen anderen inneren Zustand, als denjenigen,wodurch wir unseren Sinn selbst innerlich bestimmen, nämlich denZustand der Vorstellungen beilegen. So wurden denn dieMonaden fertig, welche den Grundstoff des ganzen Universum aus-machm sollen, deren thätigc Kraft aber nur in Vorstellungen besteht,wodurch sie eigentlich blos in sich selbst wirksam sind.

Eben darum mußte aber auch sein Principium der möglichen'Gemeinschaft der Substanzen unter einander eine vorher-bcstimmte Harmonie, und konnte kein physischer Einfluß sein.