138 Elementarlehre. II. Th. I. Abrh. l. Buch. 2. Hauptst.
gar nichts erkennt, sondern nur den Stoff zur Erkenntnis, dieschauung, die ihm durchs Object gegeben werden muß, verbind«und ordnet. Von der Eigcnthümlichkeit unseres Verstandes abernur vermittelst der Kategorien und nur gerade durch diese Art OjZahl derselben Einheit der Apperccption a priori zu Stande zu brin-gen, laßt sich eben so wenig ferner ein Grund angebcn, als MW,wir gerade diese und keine andere Functionen zu Urtheilen lchn,oder warum Zeit und Raum die einzigen Formen unserer möglich«,Anschauung sind.
§. 22 .
Die Kategorie hat keinen anderen Gebrauch znm Erkenntnisse der Dinge, «ls ,ihre Anwendung auf Gegenstände der Erfahrung.
Sich einen Gegenstand denken und einen Gegenstand erkennt»ist also nicht einerlei. Zum Erkenntnisse gehören nämlich zwei SMuerstlich der Begriff, dadurch überhaupt ein Gegenstand gedacht wird (dirKategorie) und zweitens die Anschauung, dadurch er gegeben wird; ;denn könnte dem Begriffe eine corrcspondirende Anschauung gar s
nicht gegeben werden, so wäre er ein Gedanke der Horm nach, l
aber ohne allen Gegenstand und durch ihn gar keine Erkenntnis -
von irgend einem Dinge möglich; weil es, so viel jch wüßte, nichts .
gäbe noch geben könnte, worauf mein Gedanke angewandt wrrdrnkönne. Nun ist alle uns mögliche Anschauung sinnlich (Aesthetik),also kann das Denken eines Gegenstandes überhaupt durch ein«,reinen Verstandesbegriff bei uns nur Erkenntnis werden, sofern ,dieser auf Gegenstände der Sinne bezogen wird. Sinnliche An-schauung ist entweder reine Anschauung (Raum und Zeit) oder em-pirische Anschauung desjenigen, was im Raum und der Zeit un-mittelbar als wirklich, durch Empfindung, vorgestellt wird. DurchBestimmung der erstercn können wir Erkenntnisse a priori von Ge- zgenständen (in der Mathematik) bekommen, aber nur ihrer Horn, )nach, als Erscheinungen; ob es Dinge geben könne, die in diesrr nForm angeschaut werden müssen, bleibt doch dabei noch unausgr-macht. Folglich sind alle mathematische Begriffe für sich nicht Enkenntnisse; außer so fern man voraussetzt, daß es Dinge gibt, dir