2 . Abschn. Tcanssc. Deduction d. reinen BerstandcSbegriffe. 129
tz. 16 .
Von der ursprünglich-synthetischen Einheit der Apperception.
Das: Ich denke, muß alle meine Vorstellungen begleitenkönnen; denn sonst würde etwas in mir vorgcstellt werden, wasgar nicht gedacht werden könnte, welches eben soviel heißt, als: dieVerstellung würde entweder unmöglich oder wenigstens für michnichts sein. Diejenige Vorstellung, die vor allem Denken gegebensein kann, heißt Anschauung. Also hat alles Mannigfaltige derAnschauung eine nothwendige Beziehung auf das: Ich denke,.,,indemselben Subjekt, darin dieses Mannigfaltige angctroffcn wird.Diese Vorstellung aber ist ein Actus der Spontaneität h. i. sieknim nicht als zur Sinnlichkeit gehörig angesehen werden. Ich nennesie die reine Apperccption, um sie von der empirischen.zu unter-scheiden, oder auch die ursprüngliche Apperccption, weil siedasjenige Sclbstbewußtscin ist, was, indem cs die Vorstellung Ichdenke hervorbringt, die alle andere muß begleiten können und inallem Bewußtsein ein und dasselbe ist, von keiner weiter begleitetwerden kann. Ich nenne auch die Einheit derselben die transscen-dentale Einheit des Selbstbewußtseins, um die Möglichkeit der. Er-kenntniß r priori aus ihr zu bezeichnen. Denn die mannigfaltigenVorstellungen, die in einer gewissen Anschauung gegeben werden,würden nicht insgcsammt meine Vorstellungen sein, wenn, sie nichtl'nsgesammt zu einem Selbstbcwußtsein gehörten d. i. als meineVorstellungen, (ob ich mir ihrer gleich nicht als solcher bewußt bin,)müssen sie doch der Bedingung nothwendig gemäß sein, unter dersie allein in einem allgemeinen Selbstbcwußtsein zusammcnstehen kön-nen, weil sie sonst nicht durchgängig mir angehöre« würden. Ausdieser ursprünglichen Verbindung läßt sich Vieles folgern.
Nämlich diese durchgängige Identität der Apperccption eines inder Anschauung gegebenen Mannigfaltigen enthält eine Synthesis derVorstellungen und ist nur durch das Bewußtsein dieser Synthesismöglich. Denn das empirische Bewußtsein, welches verschiedene Vor-stellungen begleitet, ist an sich zerstreut und ohne Beziehung auf dieIdentität des Subjects. Diese Beziehung geschieht Llso dadurch nochKant s. W. II. 9