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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
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126
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126 Elementarlehre. U. Th. I. Abth. I. Buch. 2. Hauptst.

fälschlich für objectiv gehalten wird d. i. der Gewohnheit)verfuhr aber hernach sehr consequent darin, daß er es für un-möglich erklärte, mit diesen Begriffen und Grundsätzen, die sie ver-anlassen, über die Erfahrungsgrenze hinauszugchen. Die empirischeAbleitung aber, worauf Beide verfielen, läßt sich mit der Wirklichkeitder wissenschaftlichen Erkenntnisse a priori, die wir haben, nämlich sder reinen Mathematik und allgemeinen Naturwissen-schaft, nicht vereinigen und wird also durch das Factum widerlegt

Der Erste dieser beiden berühmten Männer öffnete der Schmär-merei Thür und Thor, weil die Vernunft, wenn sie einmalBe-fugnisse auf ihrer Seite hat, sich nicht mehr durch unbestimmteAnpreisungen der Mäßigung in Schranken halten läßt; der Zmeiteergab sich gänzlich dem Skeptizismus, da er einmal einestallgemeine, für Vernunft gehaltene Täuschung unseres Erkenntnis-vermögens glaubte entdeckt zu haben. Wir sind jetzt im Begriffeeinen Versuch zu machen, ob man nicht die menschliche Vernunftzwischen diesen beiden Klippen glücklich durchdrungen, ihr bestimmteGrenzen anweiscn und dennoch das ganze Feld ihrer zweckmäßigenThätigkeit für sie geöffnet erhalten könne.

Vorher will ich nur noch die Erklärung der Kategorienvoranschicken. Sic sind Begriffe von einem Gegenstände überhaupt,dadurch dessen Anschauung in Ansehung einer der logischenFunctionen zu Urtheilen als bestimmt angesehen wird. Sowar die Function des kategorischen Urthcils die des Verhält-nisses des Subjects zum Prädicat, z. B. alle Körper sind theilbar.Allein in Ansehung des blos logischen Gebrauchs des Verstandesblieb es unbestimmt, welchem von beiden Begriffen die Functiondes Subjects und welchem die des Prädicats man geben wolle.Denn man kann auch sagen: einiges Lheilbare ist ein Körper.Durch die Kategorie der Substanz aber, wenn ich den Begriffeines Körpers darunter bringe, wird es bestimmt, daß seine empi-rische Anschauung in der Erfahrung immer nur als Subject, nie-mals als bloses Prädicat betrachtet werden müsse; und so in allenübrigen Kategorien.