I. Abschn. Von d, Pn'ncipi'en einer transsc. Deduction. 125
Begriffe, die den objektiven Grund der Möglichkeit der Erfahrungabgeben, sind eben darum nothwendig. Die Entwickelung der Er-fahrung aber, worin sie angetroffen werden, ist nicht ihre Deduction,(sondern Illustration,) weil sie dabei doch nur zufällig sein würden.Ohne diese ursprüngliche Beziehung auf mögliche Erfahrung, inwelcher alle Gegenstände der Erkenntniß Vorkommen, würde dieBeziehung derselben auf irgend ein Object gar nicht begriffenwerden können.
-f) Der berühmte Locke hatte, aus Ermangelung dieser Be-trachtung und weil er reine Begriffe des Verstandes in der Erfahrungantraf, sie auch von der Erfahrung abgeleitet und verfuhr doch soinkonsequent, daß er damit Versuche zu Erkenntnissen wagte,die weit über alle Ersahrungsgrenze hinausgehcn. David Humeerkannte, um das Letztere thun zu können, sei es nothwendig, daßdiese Begriffe ihren Ursprung u priori haben müßten. Da er sichaber gar nicht erklären konnte, wie es möglich sei, daß der VerstandBegriffe, die an sich im Verstände nicht verbunden sind, doch alsim Gegenstände nothwendig verbunden denken müsse, und daraufnicht verfiel, daß vielleicht der Verstand durch diese Begriffe selbstUrheber der Erfahrung, worin seine Gegenstände angetroffen werden,sein könne, so leitete er sie, durch Noch gedrungen, von der Er-fahrung ab, (nämlich von einer durch öftere Association in derErfahrung entsprungenen subjectiven Nothwendigkeit, welche zuletzt
si) Statt dieser Stelle bis zu Ende des Abschnittes findet sich in der1. A»Sg. Folgendes: „Es sind aber drei ursprüngliche Quellen, (Fähigkeitenoder Vermögen der Seele,) die die Bedingungen der Möglichkeit aller Erfah-rung enthalten und selbst aus keinem anderen Vermögen des Gcmüths abge-leitet werden können, nämlich Sin», Einbildungskraft und Appcr-ception. Darauf gründet sich t) die Synopsis des Mannigfaltigen -»priori durch den Sinn; 2) die Synthesis dieses Mannigfaltigen durch dieEinbildungskraft; endlich 3) die Einheit dieser Synthesis durch ursprüng-liche Apperception. Alle diese Vermöge» haben außer dem empirischen Ge-brauche noch einen transscendeutalcn, der lediglich auf die Form geht unds priori möglich ist. Von diesem haben wir in Ansehung der Sinneoben im ersten Lhcile geredet, die zwei anderen aber wollen wir jetzt ihrerNatur nach einzuschen trachten."