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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
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124
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124 Elcmentarlehre. H. Th. I. Abth. I. Buch. 2. Hauptst.

in Ansehung des Gegenstandes alsdenn » priori bestimmend, wemdurch sie allein es möglich ist, etwas als einen Gegenstand zuerkennen. Es sind aber zwei Bedingungen, unter denen allein dieErkenntniß eines Gegenstandes möglich ist, erstlich Anschauung,dadurch derselbe, aber nur als Erscheinung, gegeben wird; zweitensBegriff, dadurch ein Gegenstand gedacht wird, der dieser An-schauung entspricht. Es ist aber aus dem Obigen klar, daß dieerste Bedingung, nämlich die, unter der allein Gegenstände an-geschaut werden können, in der Lhat den Objecten der Form nacha priori im Gemüth zum Grunde liege. Mit dieser formalen Be-dingung der Sinnlichkeit stimmen also alle Erscheinungen nchwendig überein, weil sie nur durch dieselbe erscheinen d. i. empirischangeschaut und gegeben werden können. Nun fragt es sich, obnicht auch Begriffe a priori vorausgehen, als Bedingungen, unterdenen allein etwas, wenn gleich nicht angeschaut, dennoch alsGegenstand überhaupt gedacht wird; denn alsdenn ist alle empirischeErkenntniß der Gegenstände solchen Begriffen nothwendiger Weisegemäß, weil ohne deren Voraussetzung nichts als Object derErfahrung möglich ist. Nun enthält aber alle Erfahrung außerder Anschauung der Sinne, wodurch etwas gegeben wird, nocheinen Begriff von einem Gegenstände, der in der Anschauunggegeben wird oder erscheint; demnach werden Begriffe von Gegen-ständen überhaupt, als Bedingungen o priori, aller ErfahrungS-erkenntniß zum Grunde liegen; folglich wird die objcctive Gültigkeitder Kategorien, als Begriffe a priori, darauf beruhen, daß durchsie allein Erfahrung (der Form des Denkens nach) möglich sei.Denn alsdenn beziehen sie sich nothwendiger Weise und » prioriauf Gegenstände der Erfahrung, weil nur vermittelst ihrer über-haupt irgend ein Gegenstand der Erfahrung gedacht werden kann.

Die transscendentale Deduction aller Begriffe o, priori hatalso ein Principium, worauf die ganze Nachforschung gerichtetwerden muß, nämlich dieses: daß sie als Bedingungen a priorider Möglichkeit der Erfahrungen erkannt werden müssen (es seider Anschauung, die in ihr angetroffen wird, oder des Denkens).