122 Elementarlehre. H. Th. I. Abth. I. Buch. 2. Hauptst.
beziehen müssen und dieser also die Bedingungen derselben a priorienthielte. Daher zeigt sich hier eine Schwierigkeit, die wir mFelde der Sinnlichkeit nicht antrafen, wie nämlich subjektiveBedingungen des Denkens sollten objective Gültigkeithaben d. i. Bedingungen der Möglichkeit aller Erkenntniß der Ge-genstände abgeben; denn ohne Functionen des Verstandes könnenallerdings Erscheinungen in der Anschauung gegeben werden. ^nehme z. B. den Begriff der Ursache, welcher eine besondere Ai,der Synthesis bedeutet, da auf etwas ^ was ganz verschiedenes!!nach einer Regel gesetzt wird. Es ist u priori nicht klar, warumErscheinungen etwas dergleichen enthalten sollten, (denn Erfahrungenkann man nicht zum Beweise anführen, weil die objective Gül-tigkeit dieses Begriffs a priori muß dargethan werden können,)und es ist daher -r priori zweifelhaft, ob ein solcher Begriff nichtetwa gar leer sei und überall unter den Erscheinungen keinen Ge-genstand antreffe. Denn daß Gegenstände der sinnlichen Anschauungdenen im Gemüth u priori liegenden formalen Bedingungen derSinnlichkeit gemäß sein müssen, ist daraus klar, weil sie sonst nichtGegenstände für uns sein würden; daß sie aber auch überdem dmBedingungen, deren der Verstand zur synthetischen Einsicht desDenkens bedarf, gemäß sein müssen, davon ist die Schlußsätzenicht so lescht einzusehen. Denn es könnten wohl allenfalls Erschei-nungen so beschaffen sein, daß der Verstand sie den Bedingungenseiner Einheit gar nicht gemäß fände und Alles so in Verwirrungläge, daß z. B. in der Reihenfolge der Erscheinungen sich nichtsdarböte, was eine Regel der Synthesis an die Hand gäbe undalso dem Begriffe der Ursache und Wirkung entspräche, so daßmithin dieser Begriff also ganz leer, nichtig und ohne Bedeutungwäre. Erscheinungen würden nichts desto weniger unserer An-schauung Gegenstände darbicten, denn die Anschauung bedarf derFunctionen des Denkens auf keine Weise.
Gedächte man sich von der Mühsamkeit dieser Untersuchungendadurch loszuwickeln, daß man sagte: die Erfahrung böte unab-lässig Beispiele einer solchen Regelmäßigkeit der Erscheinungen dar,