k i. Abschn- Von d. Pn'ncipien einer tcanssc. Deduction. 121
sind, auch in der Anschauung a priori kein Object vorzeigcn kön-nen, worauf sie vor aller Erfahrung ihre Synthesis gründeten, undj daher nicht allein wegen der objcctiven Gültigkeit und Schranken^ ihres Gebrauchs Verdacht erregen, sondern auch jenen Begriff> des Raumes zweideutig machen, dadurch, daß sie ihn über diej Bedingungen der sinnlichen Anschauung zu gebrauchen geneigt sind;l Mshalb auch oben von ihm eine transscendentale Deduction von nöthen' mr. So muß denn der Leser von der unumgänglichen Nothwcndigkeiteiner solchen transsccndentalen Deduction, ehe er einen einzigen Schrittim Felde der reinen Vernunft gethan hat, überzeugt werden; weiler sonst blind verfahrt und nachdem er mannigfaltig umher geirrthat, doch wieder zu der Unwissenheit zurückkehren muß, von der erausgegangcn war. Er muß aber auch die unvermeidliche Schwie-rigkeit zum Voraus deutlich cinsehen, damit er nicht über Dunkelheitklage, wo die Sache selbst tief eingehüllt ist, oder über die Weg-räumung der Hindernisse zu früh verdrossen werde, weil es daraufankommt, entweder alle Ansprüche zu Einsichten der reinen Ver-nunft, als das beliebteste Feld, nämlich dasjenige über die Grenzenaller möglichen Erfahrung hinaus, völlig aufzugcbcn oder diese kri-tische Untersuchung zur Vollkommenheit zu bringen.
Wir haben oben an den Begriffen des Raumes und der Zeitmit leichter Mühe begreiflich machen können, wie diese als Erkennt-nisse L priori sich gleichwohl auf Gegenstände nothwendig beziehenmüssen und eine synthetische Erkenntniß derselben, unabhängig vonaller Erfahrung, möglich machten. Denn da nur vermittelst solcherreinen Formen der Sinnlichkeit uns ein Gegenstand erscheinen d. i.ein Object der empirischen Anschauung sein kann, so sind Raumund Zeit reine Anschauungen, welche die Bedingung der Möglichkeitder Gegenstände als Erscheinungen n priori enthalten, und dieSynthesis in denselben hat objective Gültigkeit.
Die Kategorien des Verstandes dagegen stellen uns gar nichtdie Bedingungen vor, unter denen Gegenstände in der Anschauunggegeben werden, mithin können uns allerdings Gegenstände erschei-ne», ohne daß sie sich nothwendig auf Functionen des Verstandes