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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
Entstehung
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120
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12V Elementarlehre. H. Th. l. Abth. I. Buch. 2. Hauptst.

der von der Erfahrung gänzlich unabhängig sein soll, sie einen ga^anderen Geburtsbrief, als den der Abstammung von Erfahrung«müssen aufzuzeigcn haben. Diese versuchte physiologische Ableitung,die eigentlich gar nicht Deduction heißen kann, weil sie einektionem kacti betrifft, will ich daher die Erklärung des Besitzeiner reinen Erkenntniß nennen. Es ist also klar, daß von dies«allein es eine transscendentalc Deduction und keinesweges einem-,pirische geben könne und daß letztere, in Ansehung der reinen BcgGL priori, nichts als eitele Versuche sind, womit sich nur derjenigebeschäftigen kann, welcher die ganz eigenthümliche Natur dieser Er-kenntnisse nicht begriffen hat.

Ob nun aber gleich die einzige Art einer möglichen Deduitiender reinen Erkenntniß a priori, nämlich die auf dem transscende,,-talen Wege eingeräumt wird, so erhellt dadurch doch eben nicht,daß sie so unumgänglich nothwendig sei. Wir haben oben die Be-griffe des Raumes und der Zeit vermittelst einer transscendentalenDeduction zu ihren Quellen verfolgt und ihre objektive Gültigkeita priori erklärt und bestimmt. Gleichwohl geht die Geometrie ih-ren sicheren Schritt durch lauter Erkenntnisse a priori, ohne daß siesich, wegen der reinen und gesetzmäßigen Abkunft ihres Grundbe-griffs vom Raume, von der Philosophie einen Beglaubigungsscheinerbitten darf. Allein der Gebrauch des Begriffs geht in dieserWissenschaft auch nur auf die äußere Sinnenwelt, von welcher derRaum die reine Form ihrer Anschauung ist, in welcher also allegeometrische Erkenntniß, weil sie sich auf Anschauung r priorigründet, unmittelbare Evidenz hat, und die Gegenstände durch dieErkenntniß selbst, a priori (der Form nach) in der Anschauung,gegeben werden. Dagegen fängt mit den reinen Vcrstandesbe-griffen die unumgängliche Bedürfniß an, nicht allein von ihmselbst, sondern auch vom Raum die transscendentalc Deduction zusuchen, weil, da sie von Gegenständen nicht durch Prädicate derAnschauung und Sinnlichkeit, sondern des reinen Denkens a prioriredet, sic sich auf Gegenstände ohne alle Bedingungen der Sinnlich-keit allgemein beziehen, und, da sie nicht auf Erfahrung gegründet