Druckschrift 
2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
Entstehung
Seite
110
Einzelbild herunterladen
 

110 Elementarlehre. II. Thl. I. Abth. I. Buch. I. Hauptst.

stellungcn auf Begriffe zu bringen lehrt die transc. Logik. Das Erst,was uns zum Behuf der Erkenntniß aller Gegenstände sgegeben sein muß, ist das Mannigfaltige der reinen Anschauungdie Synthesis dieses Mannigfaltigen durch die Einbildungskraftist das Zweite, gibt aber noch keine Erkenntniß. Die Begriffe, welchesdieser reinen Synthesis Einheit geben und lediglich in der 8«^stellung dieser nothwendigen synthetischen Einheit bestehen, thundaSlDritte zum Erkenntnisse eines vorkommenden Gegenstandes, Mberuhen auf dem Verstände.

Dieselbe Function, welche den verschiedenen Vorstellungen iueinem Urtheile Einheit gibt, die gibt auch der blosen Synthesisverschiedener Vorstellungen in einer A n sch a u n n g Einheit, welche,allgemein ausgedrückt, der reine Verstandesbegriff heißt. DerselbeVerstand also, und zwar durch eben dieselben Handlungen, wodurcher in Begriffen, vermittelst der analytischen Einheit, die logischeForm eines Urthcils zu Stande brachte, bringt auch, vermittelst dusynthetischen Einheit des Mannigfaltigen in der Anschauung über-haupt, in seine Vorstellungen einen transscendcntalcn Inhalt, wes-wegen sie reine Verstandesbegriffe heißen, die a priori auf Objectegehen, welches die allgemeine Logik nicht leisten kann.

Auf solche Weise entspringen gerade so viel reine VerstandeS-begriffe, welche a priori auf Gegenstände der Anschauung überhauptgehen, als es in der vorigen Tafel logische Functionen in allenmöglichen Urtheilen gab; denn der Verstand ist durch gedachte Func-tionen völlig erschöpft und sein Vermögen dadurch gänzlich ausge-messen. Wir wollen diese Begriffe nach dem Aristoteles Kategoriennennen, indem unsere Absicht uranfanglich mit der seinigcn zwar einer-lei ist, ob sie sich gleich davon in der Ausführung gar sehr entfernt.Tafel der Kategorien.

1 .

Der Quantität:

Einheit

Vielheit

Allheit