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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
Entstehung
Seite
109
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z. Abschn- Von den reinen Verstandesbegciffcn.

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Mise durchgegangcn, ausgenommen und verbunden werde, um darausM Erkeimtniß zu machen. Diese Handlung nenne ich Synthesis.

Ich verstehe aber unter Synthesis in der allgemeinsten Be-deutung die Handlung, verschiedene Vorstellungen zu einander hin-zuzuthun und ihre Mannigfaltigkeit in einer Erkcnntniß zu begreifen.Sie solche Synthesis ist rein, wenn das Mannigfaltige nicht empi-risch, sondern » priori gegeben ist (wie das im Raum und der Zeit),r aller Analysis unserer Vorstellungen müssen diese zuvor gegebenund es können keine Begriffe dem Inhalte nach analytisch' entspringen. Die Synthesis eines Mannigfaltigen aber (cs sei empi-risch oder s priori gegeben) bringt zuerst eine Erkcnntniß hervor, diezmr anfänglich noch roh und verworren sein kann und also der" Analysis bedarf; allein die Synthesis ist doch dasjenige, was eigentlichdie Elemente zu Erkenntnissen sammlet und zu einem gewissen Inhalte>' vereinigt; sie ist also das Erste, worauf wir Acht zu geben haben, wenn- wir über den ersten Ursprung unserer Erkcnntniß urtheilen wollen.

Die Synthesis überhaupt ist, wie wir künftig sehen werden,

, die bloß Wirkung der Einbildungskraft, einer blinden, obgleich unent-behrlichen Function der Seele, ohne die wir überall gar keine Erkennt-nis haben würden; der wir uns aber selten nur einmal bewußt sind.Mein diese Synthesis auf Begriffe zu bringen, das ist eine Fmssclion, die dem Verstände zukommt, und wodurch er uns allererst dieErkeimtniß in eigentlicher Bedeutung verschafft.

Die reine Synthesis, allgemein vorgestellt, gibt nunden reinen Verstandesbegriff. Ich verstehe aber unter dieser Syn-thesis diejenige, welche aus einem Grunde der synthetischen Ein-heit »priori beruht; so ist unser Zählen (vornehmlich ist es in grö-ßeren Zahlen merklicher) eineSythesis nach Begriffen, weil sienach einem gemeinschaftlichen Grunde der Einheit geschieht (z. B.der Dekadik). Unter diesem Begriffe wird also die Einheit in derSynthesis des Mannigfaltigen nothwcndig.

Analytisch werden verschiedene Vorstellungen unter einen Begriffgebracht (ein Geschäft, wovon die allgemeine Logik handelt). Abernicht die Vorstellungen, sondern die reine Synthesis der Vor-