106 Elementarlehre. II. Th. I. Abth. I. Buch. i. Hauptst.
Tafel aller Momente des Denkens in den Urtheilen nicht üb«gangen werden, weil die hiebei ausgeübte Function des Verstandsvielleicht in dem Felde seiner reinen Erkenntniß re priori michtjzsein kann.
3. Alle Verhältnisse des Denkens in Urtheilen sind die») HzPrädicats zum Subject, I>) des Grundes zur Folge, v) der ein-gethciltcn Erkenntniß und der gesammleten Glieder der Eintheiluugunter einander. In der elfteren Art der Urtheile sind nm MBegriffe, in der zweiten zween Urtheile, in der dritten mehrenUrtheile im Verhältniß gegen einander betrachtet. Der hypothetischeSatz: wenn eine vollkommene Gerechtigkeit da ist, so wird derbeharrlich Böse bestraft, enthalt eigentlich das Verhältniß Mie,Sätze: es ist eine vollkommene Gerechtigkeit da, und: der beharrlichBöse wird bestraft. Ob beide dieser Sätze an sich wahr seien,bleibt hier unausgemacht. Es ist nur die Consequcnz, die durchdieses Urtheil gedacht wird. Endlich enthält das disjunctive llrtheilein Verhältniß zwecner oder mehrerer Sätze gegen einander, abernicht der Abfolge, sondern der logischen Entgegensetzung, sofern die Sphäre des einen die des anderen ausschließt, aber dochzugleich der Gemeinschaft, in so fern sie zusammen die Sphäre dereigentlichen Erkenntniß ausfüllen, also ein Verhältniß der Thuleder Sphäre eines Erkenntnisses, da die Sphäre eines jeden Theilsein Ergänzungsstück der Sphäre des anderen zu dem ganzen In-begriff der eigentlichen Erkenntniß ist, z. B. die Welt ist entwederdurch einen blinden Zufall da oder durch innere Nothwendigkeitoder durch eine äußere Ursache. Jeder dieser Sätze nimmt einenTheil der Sphäre des möglichen Erkenntnisses über das Daseineiner Welt überhaupt ein, alle zusammen die ganze Sphäre. DasErkenntniß aus einer dieser Sphären wegnehmen heißt, sie in eineder übrigen setzen, und dagegen sie in eine Sphäre setzen heißt,sie aus den übrigen wegnehmen. Es ist also in einem disjunctimUrtheile eine gewisse Gemeinschaft der Erkenntnisse, die darin besteht,daß sie sich wechselseitig einander ausschließen, aber dadurch dochim Ganzen die wahre Erkenntniß bestimmen, indem sie zusam-