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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
Entstehung
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102
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IV2 Elementarlehre. II. Th. l. Abth. i Buch. 1. Hauxtst.

Des transscendentalen Leitfadens der Entdeckung all»reinen Verstandesbegriffe

erster Abschnitt.

Von dem logischen Verstandcsgcbmuchc überhaupt.

Der Verstand wurde oben blos negativ erklärt: durch ein nichtsinnliches Erkenntnißvermögen. Nun können wir, unabhängigder Sinnlichkeit, keiner Anschauung theilhastig werden. Also ist ^Verstand kein Vermögen der Anschauung. Es gibt aber außer derAnschauung keine andere Art zu erkennen, als durch Begriffe. Wist die Erkenntniß eines jeden, wenigstens des menschlichen, Ver-standes eine Erkenntniß durch Begriffe, nicht intuitiv, sondern dis-cursiv. Alle Anschauungen als sinnlich beruhen auf Assertionen,die Begriffe also auf Functionen. Ich verstehe aber unter Functiondie Einheit der Handlung, verschiedene Vorstellungen unter einergemeinschaftlichen zu ordnen. Begriffe gründen sich also auf derSpontaneität des Denkens, wie sinnliche Anschauungen auf der Re-ceptivität der Eindrücke. Von diesen Begriffen kann nun der Ver-stand keinen anderen Gebrauch machen, als daß er dadurch ur-theilt. Da keine Vorstellung unmittelbar auf den Gegenstandgeht, als blos die Anschauung, so wird ein Begriff niemals aufeinen Gegenstand unmittelbar, sondern auf irgend eine andere Vor-stellung von demselben (sie sei Anschauung oder selbst schon Begriff)bezogen. Das Urthcil ist also die mittelbare Erkenntniß einesGegenstandes, mithin die Vorstellung einer Vorstellung desselben.In jedem Urtheil ist ein Begriff, der für viele gilt, und unter die-sem Vielen auch eine gegebene Vorstellung begreift, welche letzteredenn auf den Gegenstand unmittelbar bezogen wird. So beziehtsich z. B. in dem Urtheile: alle Körper sind theilbar,der Begriff des Theilbarcn auf verschiedene andere Begriffe; un-ter diesen aber wird er hier besonders auf den Begriff desKörpers bezogen, dieser aber auf gewisse uns vorkommende Erschei-