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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
Entstehung
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101
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1. Buch. Analytik der Begriffe. I. Hauptstück.

I«1

Der Analytik der Begriffe

erstes H a u p t st ü ck.

Von dem Leitfaden der Entdeckung aller reinenVerstandesbegriffe.

Wenn man ein Erkmntnißvermögen ins Spiel setzt, so thunsich, nach den mancherlei Anlässen, verschiedene Begriffe hervor, diedieses vermögen kennbar machen und sich in einem mehr oder we-niger ausführlichen Aufsatz sammeln lassen, nachdem die Beobach-tung derselben längere Zeit oder mit größerer Scharfsinnigkeit ange-stellt worden. Wo diese Untersuchung werde vollendet sein, läßtsich, nach diesem gleichsam mechanischen Verfahren, niemals mitSicherheit bestimmen. Auch entdecken sich die Begriffe, die mannur so bei Gelegenheit aufsindet, in keiner Ordnung und systemati-schen Einheit, sondern werden zuletzt nur nach Aehnlichkeiten ge-paart und nach der Größe ihres Inhalts, von den einfachen anzu den mehr zusammengesetzten in Reihen gestellt, die nichts weni-ger als systematisch, obgleich auf gewisse Weise methodisch zu Standegebracht werden.

Die Transscendentalphilosophic hat den Vortheil, aber auchdie Verbindlichkeit, ihre Begriffe nach einem Princip aufzusuchen,weil sie aus dem Verstände, als absoluter Einheit, rein und un-mmischt entspringen und daher selbst nach einem Begriffe oderIdee unter sich zusammenhängcn müssen. Ein solcher Zusammen-hang aber gibt eine Regel an die Hand, nach welcher jedem reinenVerstandesbegriff seine Stelle und allen insgesammt ihre Vollstän-digkeit Ä priori bestimmt werden kann, welches Alles sonst vomBelieben oder vom Zufall abhangen würde.