Allgemeine Anmerkungen.
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von einer Theorie gefordert werden kann, die zum Organon dienen soll.Uni diese Gewißheit völlig einleuchtend zu machen, wollen wir irgendeinen Fall wählen, woran dessen Gültigkeit augenscheinlich werden undzu nichrer Klarheit dessen, was tz. 3 angeführt worden, dienen kann.
Setzet demnach, Raum und Zeit seien an sich selbst objektivund Bedingungen der Möglichkeit der Dinge an sich selbst, sozeigt sich erstlich: daß von beiden u priori apodiktische und synthe-tische Sätze in großer Zahl vornehmlich vom Raum Vorkommen,^ welchen wir darum vorzüglich hier zum Beispiel untersuchen wollen.La die Sätze der Geometrie synthetisch a priori und mit apodikti-scher Gewißheit erkannt werden, so frage ich: woher nehmt ihrdergleichen Sätze und worauf stützt sich unser Verstand, um zudergleichen schlechthin nothwendigcn und allgemein gültigen Wahr-heiten zu gelangen? Es ist kein anderer Weg, als durch Begriffeoder durch Anschauungen; beide aber als solche, die entweder apriori oder » posteriori gegeben sind. Die letzteren, nämlichempirische Begriffe, imgleichen das, worauf sie sich gründen, dieempirische Anschauung, können keinen synthetischen Satz geben,als nur einen solchen, der auch blos empirisch d. i. ein Erfahrungs-satz ist, mithin niemals Nothwendigkeit und absolute Allgemeinheitenthalten kann, dergleichen doch das Charakteristische aller Sätze derGeometrie ist. Was aber das erstere und einzige Mittel sein würde,nämlich durch blose Begriffe oder durch Anschauungen a priorizu dergleichen Erkenntnissen zu gelangen, so ist klar, daß ausblosen Begriffen gar keine synthetische Erkenntniß, sondern lediglichanalytische erlangt werden kann. Nehmet nur den Satz: daß durchzwei gerade Linien sich gar kein Raum cinschließcn lasse, mithinkeine Figur möglich sei, und versucht ihn aus dem Begriff vongeraden Linien und der Zahl zwei abzuleiten; oder auch, daß ausdreien geraden Linien eine Figur möglich sei und versucht es ebenso blos aus diesen Begriffen. Alle eure Bemühung ist vergeblichund ihr seht euch genöthiget, zur Anschauung eure Zuflucht zunehmen, wie es die Geometrie auch jederzeit thut. Ihr gebt euchalso einen Gegenstand in der Anschauung; von welcher Art aberKant s. W. u. 6
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