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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
Entstehung
Seite
79
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Allgemeine Anmerkungen.

7 !)

aneinander setzen, ist eine Verfälschung des Begriffs von Sinnlich-kcit und von Erscheinung, welche die ganze Lehre derselben unnützud leer macht. Der Unterschied einer undeutlichen von der deut-lichen Vorstellung ist blos logisch und betrifft nicht den Inhalt.,xhne Zweifel enthalt der Begriff von Recht, dessen sich der gesundeVerstand bedient, eben dasselbe, was die subtilste Speculation ausihm entwickeln kann, nur daß im gemeinen und praktischen Gebrauchemn sich dieser mannigfaltigen Vorstellungen in diesem Gedankennicht bewußt ist. Darum kann man nicht sagen, daß der gemeineBegriff sinnlich sei, eine blosc Erscheinung enthalte, denn das Rechtkann gar nicht erscheinen, sondern sein Begriff liegt im Verständeund stellt eine Beschaffenheit (die moralische) der Handlungen vor,die ihnen an sich selbst zukommt. Dagegen enthalt die Vorstellungeines Körpers in der Anschauung gar nichts, was einem Gegenständean sich selbst zukommen könnte, sondern blos die Erscheinungen vonetwas und die Art, wie wir dadurch afsicirt werden; und diese Rc-ceptivität unserer Erkenntnißfahigkeit heißt Sinnlichkeit und bleibt vonder Erkenntniß des Gegenstandes an sich selbst, ob man jene (dieErscheinung) gleich bis auf den Grund durchschauen möchte, dennochhimmelweit unterschieden.

Die Lcibnitz-Wolsischc Philosophie hat daher allen Untersuchun-gen über die Natur und den Ursprung unserer Erkenntnisse einenganz Unrechten Gesichtspunct angewiesen, indem sie den Unterschiedder Sinnlichkeit vom Intellektuellen blos als logisch betrachtete, daer offenbar transsccndental ist und nicht blos die Form der Deut-lichkeit oder Undeutlichkeit, sondern den Ursprung und den Inhaltderselben betrifft, so daß wir durch die crstcre die Beschaffenheit derDinge an sich selbst nicht blos undeutlich, sondern gar nicht erken-nen, und so bald wir unsere subjektive Beschaffenheit wegnehmen, dasvorgestellte Object mit den Eigenschaften, die ihm die sinnliche An-schauung beilegte, überall nirgend anzutreffen ist noch angetroffcnwerden kann, indem eben diese subjektive Beschaffenheit die Formdesselben, als Erscheinung, bestimmt.

Wir unterscheiden sonst wohl unter Erscheinungen das, was der